ISO Glossar – ISO 9001, 14001, 27001, 45001 Begriffe erklärt

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ISO 9001 – Qualitätsmanagement

Allgemeine Managementsystem- und Qualitätsbegriffe nach ISO 9000 / ISO 9001. (71 Begriffe)

A

Abweichung bis Aufzeichnung
Abweichung
ISO 9001
Eine Abweichung bedeutet, dass bei einem Audit ein Sachverhalt festgestellt wird, der nicht den Normforderungen entspricht.
Abweichungsgenehmigung
ISO 9001
Eine vor der Realisierung eines Produkts erteilte Erlaubnis, von den ursprünglich festgelegten Anforderungen an das Produkt abzuweichen. Sie wird gewöhnlich für eine begrenzte Menge des Produkts oder für einen bestimmten Gebrauch und eine begrenzte Zeitspanne erteilt.
Akkreditierung
ISO 9001
Bestätigung durch eine nationale Akkreditierungsstelle, dass eine Konformitätsbewertungsstelle die in harmonisierten Normen festgelegten Anforderungen und gegebenenfalls zusätzliche Anforderungen erfüllt, um eine spezielle Konformitätsbewertungstätigkeit durchzuführen. In Deutschland erfolgt dies durch die DAkkS.
Anforderung
ISO 9001
Eine Anforderung ist ein Erfordernis oder eine Erwartung, das bzw. die festgelegt, üblicherweise vorausgesetzt oder verpflichtend ist. Anforderungen können von verschiedenen interessierten Parteien aufgestellt und nach ihrer Art benannt werden, z. B. Produktanforderung, Qualitätsmanagementanforderung oder Kundenanforderung.
Anspruchsklasse
ISO 9001
Kategorie, die den verschiedenen Qualitätsanforderungen an Produkte, Prozesse oder Systeme mit demselben funktionellen Gebrauch zugeordnet ist – z. B. Klassen bei öffentlichen Verkehrsmitteln oder Hotelkategorien.
Arbeitsumgebung
ISO 9001
Bedingungen des Arbeitsplatzes, unter denen Arbeiten ausgeführt werden. Dazu zählen physikalische, soziale und psychologische Faktoren sowie Umweltfaktoren wie Temperatur, Ergonomie und Zusammensetzung der Atmosphäre.
Audit
ISO 9001
Systematischer, unabhängiger und dokumentierter Prozess zur Erlangung von Auditnachweisen und zu deren objektiver Auswertung. Dabei wird ermittelt, inwieweit die Auditkriterien erfüllt sind.
  • Interne Audits („Erstparteien-Audits“) werden von oder im Namen der Organisation selbst für interne Zwecke durchgeführt.
  • Externe Audits sind „Zweit-“ oder „Drittparteien-Audits“. Zweitparteien-Audits werden von interessierten Parteien wie Kunden durchgeführt, Drittparteien-Audits von externen unabhängigen Zertifizierungsstellen.
  • Werden zwei Managementsysteme zusammen auditiert, spricht man von einem „kombinierten Audit“. Auditieren zwei oder mehr Organisationen gemeinsam, nennt man dies „gemeinschaftliches Audit“.
Auditfeststellung
ISO 9001
Ergebnis der Beurteilung der zusammengestellten Auditnachweise gegenüber den Auditkriterien. Auditfeststellungen können Konformität, Nichtkonformität oder Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen.
Auditkriterien
ISO 9001
Politiken, Verfahren oder Anforderungen, die als Referenz herangezogen werden.
Auditnachweis
ISO 9001
Aufzeichnungen, Tatsachenfeststellungen oder sonstige Informationen, die für die Auditkriterien zutreffen und verifizierbar sind. Auditnachweise können qualitativer oder quantitativer Art sein.
Auditor
ISO 9001
Für die Durchführung eines Audits qualifizierte Person.
Auditprogramm
ISO 9001
Ein oder mehrere für einen definierten Zeitraum geplante und auf einen spezifischen Zweck gerichtete Audits.
Auditschlussfolgerung
ISO 9001
Ergebnis eines Audits, welches das Auditteam nach Erwägung aller Auditziele und Auditfeststellungen vorlegt.
Aufzeichnung
ISO 9001
Dokument, welches erzielte Ergebnisse darstellt oder einen Nachweis ausgeführter Tätigkeiten enthält. Aufzeichnungen dienen z. B. der Rückverfolgbarkeit und dem Nachweis von Verifizierung und Korrekturmaßnahmen. In der ISO 9001:2015 fällt dies unter den Oberbegriff „dokumentierte Information“.

B

Bewertung
Bewertung
ISO 9001
Tätigkeit zur Ermittlung der Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit der betrachteten Einheit, um festgelegte Ziele zu erreichen. Beispiele sind die Managementbewertung, Entwicklungsbewertung oder die Bewertung von Kundenanforderungen.

D

Dokument
Dokument
ISO 9001
Trägermedium für Information, z. B. Aufzeichnung, Spezifikation, Verfahrensdokument, Zeichnung, Bericht oder Norm. Das Medium kann Papier, ein elektronisches Medium, eine Fotografie, ein Bezugsmuster oder eine Kombination daraus sein. Ein Satz aus Dokumenten wird als „Dokumentation“ bezeichnet.

E

Effizienz bis Entwicklung
Effizienz
ISO 9001
Verhältnis zwischen dem erreichten Ergebnis und den eingesetzten Ressourcen.
Entwicklung
ISO 9001
Mehrere Prozesse, welche Anforderungen in festgelegte Merkmale oder in die Spezifikation eines Produkts, eines Prozesses oder eines Systems umwandeln – z. B. Produktentwicklung oder Prozessentwicklung.

F

Fähigkeit bis Freigabe
Fähigkeit
ISO 9001
Eignung einer Organisation, eines Systems oder eines Prozesses zum Realisieren eines Produkts, welches die festgelegten Anforderungen erfüllt.
Fehler / Nichtkonformität
ISO 9001
Nichterfüllung einer Anforderung. Die ISO 9001:2015 verwendet ausschließlich den Begriff „Nichtkonformität“; „Fehler“ ist der ältere Sprachgebrauch.
Freigabe
ISO 9001
Erlaubnis, zur nächsten Stufe eines Prozesses überzugehen.

I

Information bis Interessierte Partei
Information
ISO 9001
Bedeutungsvolle Daten.
Infrastruktur
ISO 9001
System von Einrichtungen, Ausrüstungen und Dienstleistungen, das für den Betrieb einer Organisation erforderlich ist.
Interessierte Partei
ISO 9001
Person oder Organisation, die eine Entscheidung oder Tätigkeit beeinflussen kann, davon beeinflusst wird oder sich davon beeinflusst fühlt. Beispiele sind Kunden, Eigentümer, Beschäftigte, Lieferanten, Banken, Behörden, Partner oder die Gesellschaft.

K

Konformität bis Kundenzufriedenheit
Konformität
ISO 9001
Erfüllung einer Anforderung.
Korrektur
ISO 9001
Maßnahme zur Beseitigung einer erkannten Nichtkonformität – z. B. eine Nacharbeit oder eine Neueinstufung. Eine Korrektur kann zusammen mit einer Korrekturmaßnahme vorgenommen werden.
Korrekturmaßnahme
ISO 9001
Maßnahme zur Beseitigung der Ursache einer Nichtkonformität, um deren erneutes Auftreten zu verhindern. Eine Nichtkonformität kann mehrere Ursachen haben. Im Unterschied dazu beseitigt eine Korrektur nur den erkannten Fehler selbst.
Kunde
ISO 9001
Person oder Organisation, die ein für sie vorgesehenes Produkt oder eine Dienstleistung empfangen könnte oder empfängt – z. B. Verbraucher, Klient, Endanwender, Einzelhändler oder Käufer.
Kundenzufriedenheit
ISO 9001
Wahrnehmung des Kunden zu dem Grad, in dem seine Erwartungen erfüllt worden sind. Ein üblicher Indikator für Unzufriedenheit sind Beschwerden. Das Fehlen von Beschwerden bedeutet jedoch nicht automatisch hohe Kundenzufriedenheit.

L

Lieferant
Lieferant
ISO 9001
Organisation oder Person, die ein Produkt oder eine Dienstleistung bereitstellt – z. B. Hersteller, Vertriebseinrichtung, Einzelhändler oder Dienstleister. Ein Lieferant kann intern oder extern sein und wird in einer Vertragssituation auch als „Auftragnehmer“ bezeichnet.

M

Management bis Messprozess
Management
ISO 9001
Koordinierte Tätigkeiten zum Führen und Lenken einer Organisation. Wird der Begriff auf Personen bezogen, sollte er mit einem Bestimmungswort verwendet werden – eindeutiger ist der Ausdruck „die oberste Leitung“.
Managementsystem
ISO 9001
System zur Festlegung von Politik und Zielen sowie zur Erreichung dieser Ziele. Eine Organisation kann verschiedene Managementsysteme betreiben, z. B. ein Qualitäts-, Finanz- oder Umweltmanagementsystem.
Mangel
ISO 9001
Nicht erfüllte Anforderung in Bezug auf einen beabsichtigten oder festgelegten Gebrauch. Wegen der rechtlichen Bedeutung – insbesondere bei Fragen der Produkthaftung – ist die Unterscheidung zwischen „Mangel“ und „Nichtkonformität“ zu beachten.
Merkmal
ISO 9001
Kennzeichnende Eigenschaft, die qualitativer oder quantitativer Natur sein kann. Ein Merkmal kann inhärent („einer Einheit innewohnend“) oder zugeordnet sein, wie z. B. der Preis eines Produktes.
Messmittel
ISO 9001
Für einen Messprozess benötigtes Messgerät, Software, Messnormal, Referenzmaterial oder Hilfsmittel oder eine Kombination daraus.
Messprozess
ISO 9001
Gesamtheit von Tätigkeiten zur Ermittlung eines Größenwertes.

N

Nacharbeit bis Neueinstufung
Nacharbeit
ISO 9001
Maßnahme an einem nichtkonformen Produkt, durch welche die Anforderungen erfüllt werden. Im Unterschied dazu kann eine Reparatur Teile des Produkts verändern, ohne die ursprünglichen Anforderungen vollständig herzustellen.
Neueinstufung
ISO 9001
Änderung der Anspruchsklasse eines nichtkonformen Produkts, damit es Anforderungen erfüllt, die von den ursprünglichen abweichen.

O

Oberste Leitung bis Organisationsstruktur
Oberste Leitung
ISO 9001
Person oder Personengruppe, die eine Organisation auf der obersten Ebene leitet und lenkt.
Organisation
ISO 9001
Person oder Personengruppe mit eigenen Funktionen samt Verantwortlichkeiten, Befugnissen und Beziehungen zur Erreichung ihrer Ziele. Eine Organisation kann öffentlich-rechtlich oder privatrechtlich sein – z. B. Firma, Unternehmen, Institution, gemeinnützige Organisation, Einzelunternehmer oder Verband.
Organisationsstruktur
ISO 9001
Geordnetes Gefüge von Verantwortungen, Befugnissen und Beziehungen zwischen Personen. Der Anwendungsbereich kann relevante Schnittstellen zu externen Organisationen einschließen.

P

Produkt bis Prüfung
Produkt
ISO 9001
Ergebnis eines Prozesses. Die ISO 9001:2015 spricht durchgängig von „Produkten und Dienstleistungen“. Traditionell werden vier Produktkategorien unterschieden:
  • Dienstleistungen – Ergebnis mindestens einer Tätigkeit an der Schnittstelle zwischen Lieferant und Kunde, üblicherweise immateriell.
  • Software – besteht aus Informationen, in der Regel immateriell.
  • Hardware – normalerweise materiell, die Menge ist ein zählbares Merkmal.
  • Verfahrenstechnische Produkte – in der Regel materiell, die Menge ist ein kontinuierliches Merkmal.
Projekt
ISO 9001
Einmaliger Prozess aus mehreren aufeinander abgestimmten und gelenkten Tätigkeiten mit Anfangs- und Endterminen. Ziel ist es, spezifische Anforderungen einschließlich Zeit-, Kosten- und Ressourcenbeschränkungen zu erfüllen.
Prozess
ISO 9001
Satz zusammenhängender oder sich gegenseitig beeinflussender Tätigkeiten, die Eingaben zum Erzielen eines Ergebnisses verwenden. Die Eingaben sind üblicherweise Ergebnisse anderer Prozesse. Ein Prozess, dessen Ergebnis nicht wirtschaftlich verifiziert werden kann, wird häufig als „spezieller Prozess“ bezeichnet.
Prüfung; Inspektion
ISO 9001
Konformitätsbewertung durch Beobachten und Beurteilen sowie durch Messen, Testen oder Vergleichen.

Q

Qualifikation bis Qualitätsziel
Qualifikation
ISO 9001
Nachgewiesene Fähigkeit, Wissen und Fertigkeiten anzuwenden.
Qualifizierungsprozess
ISO 9001
Prozess zur Darlegung der Fähigkeit, festgelegte Anforderungen zu erfüllen. Die Qualifizierung kann Personen, Produkte, Prozesse oder Systeme betreffen.
Qualität
ISO 9001
Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale Anforderungen erfüllt. „Inhärent“ bedeutet „einer Einheit innewohnend“.
Qualitätslenkung
ISO 9001
Teil des Qualitätsmanagements, der auf die Erfüllung von Qualitätsanforderungen gerichtet ist.
Qualitätsmanagement
ISO 9001
Koordinierte Tätigkeiten zum Leiten und Lenken einer Organisation in Bezug auf Qualität. Dazu gehören das Festlegen der Qualitätspolitik und der Qualitätsziele, die Qualitätsplanung, die Qualitätslenkung, die Qualitätssicherung und die Qualitätsverbesserung.
Qualitätsmanagement-Handbuch (QM-Handbuch)
ISO 9001
Dokumentation des Qualitätsmanagementsystems einer Organisation, angepasst an Größe und Komplexität. Hinweis: Die ISO 9001:2015 fordert kein QM-Handbuch mehr – es bleibt ein freiwilliges Hilfsmittel.
Qualitätsmanagementplan (QM-Plan)
ISO 9001
Dokument, in dem festgelegt ist, welche Verfahren und zugehörigen Ressourcen bezüglich eines spezifischen Projekts, Produkts, Prozesses oder Vertrages wann und durch wen anzuwenden sind.
Qualitätsmanagementsystem (QM-System)
ISO 9001
Managementsystem zum Leiten und Lenken einer Organisation im Hinblick auf Qualität.
Qualitätsmerkmal
ISO 9001
Inhärentes Merkmal eines Produkts, Prozesses oder Systems, das sich auf eine Anforderung bezieht. Ein zugeordnetes Merkmal wie der Preis ist kein Qualitätsmerkmal.
Qualitätsplanung
ISO 9001
Teil des Qualitätsmanagements, der auf das Festlegen der Qualitätsziele und der notwendigen Ausführungsprozesse sowie der zugehörigen Ressourcen gerichtet ist.
Qualitätspolitik
ISO 9001
Übergeordnete Absichten und Ausrichtung einer Organisation zur Qualität, formell ausgedrückt durch die oberste Leitung. Sie bildet den Rahmen für die Festlegung von Qualitätszielen.
Qualitätssicherung
ISO 9001
Teil des Qualitätsmanagements, der darauf gerichtet ist, Vertrauen zu erzeugen, dass Qualitätsanforderungen erfüllt werden.
Qualitätsverbesserung
ISO 9001
Teil des Qualitätsmanagements, der auf die Erhöhung der Fähigkeit zur Erfüllung von Qualitätsanforderungen gerichtet ist – etwa hinsichtlich Wirksamkeit, Effizienz oder Rückverfolgbarkeit.
Qualitätsziel
ISO 9001
Das in Bezug auf Qualität Angestrebte oder zu Erreichende. Qualitätsziele beruhen auf der Qualitätspolitik und werden für die zutreffenden Funktionsbereiche und Ebenen festgelegt.

R

Rückverfolgbarkeit
Rückverfolgbarkeit
ISO 9001
Möglichkeit, den Werdegang, die Verwendung oder den Ort des Betrachteten zurückzuverfolgen. Bei einem Produkt kann sich Rückverfolgbarkeit auf die Herkunft von Werkstoffen und Teilen, den Ablauf der Verarbeitung oder die Verteilung nach Auslieferung beziehen.

S

Sachkundiger bis System
Sachkundiger
ISO 9001
In Bezug auf Audits eine Person, die spezielle Kenntnisse oder Fachwissen zu einem zu auditierenden Sachgebiet bereitstellt, jedoch nicht als Auditor dem Auditteam angehört.
Sonderfreigabe
ISO 9001
Erlaubnis, ein Produkt zu gebrauchen oder freizugeben, obwohl es festgelegte Anforderungen nicht erfüllt. Sie ist in der Regel auf einen bestimmten Zeitraum oder eine vereinbarte Menge innerhalb festgelegter Grenzwerte beschränkt.
Ständige Verbesserung
ISO 9001
Wiederkehrende Tätigkeiten zum Erhöhen der Fähigkeit, Anforderungen zu erfüllen. Grundlage sind Auditfeststellungen, Datenanalysen, Managementbewertungen und andere Mittel. Die ISO 9001:2015 spricht von „fortlaufender Verbesserung“.
System
ISO 9001
Satz zusammenhängender oder sich gegenseitig beeinflussender Elemente.

V

Validierung bis Vorbeugungsmaßnahme
Validierung
ISO 9001
Bestätigung durch Bereitstellung eines objektiven Nachweises, dass die Anforderungen für einen bestimmten beabsichtigten Gebrauch oder eine bestimmte Anwendung erfüllt worden sind. Die Anwendungsbedingungen können echt oder simuliert sein. Kurzformel: Wird das richtige Produkt gebaut?
Verfahren
ISO 9001
Festgelegte Art und Weise, eine Tätigkeit oder einen Prozess auszuführen. In schriftlicher Form spricht man von einem „dokumentierten Verfahren“ bzw. einer Verfahrensanweisung.
Verifizierung
ISO 9001
Bestätigung durch Bereitstellung eines objektiven Nachweises, dass festgelegte Anforderungen erfüllt worden sind. Kurzformel: Wird das Produkt richtig gebaut?
Vorbeugungsmaßnahme
ISO 9001
Maßnahme zur Beseitigung der Ursache einer möglichen Nichtkonformität, um deren Auftreten zu verhindern. Hinweis: Die ISO 9001:2015 kennt diesen Begriff nicht mehr – an seine Stelle treten Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen (Kapitel 6.1).

W

Wirksamkeit
Wirksamkeit
ISO 9001
Ausmaß, in dem geplante Tätigkeiten verwirklicht und geplante Ergebnisse erreicht werden.

Z

Zertifikat bis Zuverlässigkeit
Zertifikat
ISO 9001
Bescheinigung über die Erfüllung bestimmter Anforderungen, ausgestellt durch eine dafür anerkannte Zertifizierungsstelle.
Zuverlässigkeit
ISO 9001
Sammelbegriff für nicht quantitative Beschreibungen der Verfügbarkeit mit ihren Einflussfaktoren Funktionsfähigkeit, Instandhaltbarkeit und Instandhaltungsbereitschaft.

ISO 14001 – Umweltmanagement

Begriffe rund um Umweltmanagement, Umweltaspekte und Umweltrecht. (113 Begriffe)

A

Abfallbilanz bis Abfallzusammensetzung
Abfallbilanz
ISO 14001
Eine Abfallbilanz ist eine Dokumentation, die den gesamten Abfallstrom eines Unternehmens oder einer Organisation über einen bestimmten Zeitraum hinweg quantifiziert und analysiert. Sie erfasst die Menge, Art und Herkunft des anfallenden Abfalls sowie die Behandlungs- und Entsorgungswege. Ziel ist es, einen Überblick über den Abfallkreislauf zu erhalten, um Ressourcen effizienter zu nutzen, Abfall zu reduzieren, Recyclingpotenziale zu identifizieren und Umweltbelastungen zu minimieren. Die ISO 14001 legt Anforderungen an die Erfassung, Analyse und Bewertung von Umweltdaten fest, einschließlich Abfall.
Abfallmanagement
ISO 14001
Abfallmanagement bezieht sich auf die Organisation, Kontrolle und Optimierung aller Prozesse im Zusammenhang mit der Erzeugung, Sammlung, Lagerung, Behandlung, Wiederverwertung und Entsorgung von Abfällen. Die ISO 14001 legt Anforderungen an ein wirksames Abfallmanagement fest, einschließlich der Minimierung von Abfall, der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, der Förderung von Recycling und Wiederverwendung sowie der fortlaufenden Verbesserung der Umweltleistung.
Abfallzusammensetzung
ISO 14001
Die Abfallzusammensetzung bezieht sich auf die quantitative und qualitative Analyse der verschiedenen Bestandteile von Abfällen, einschließlich ihrer chemischen, physikalischen und biologischen Eigenschaften. Eine genaue Kenntnis der Abfallzusammensetzung ist entscheidend für die Entwicklung wirksamer Abfallbewirtschaftungsstrategien, die Förderung von Recycling und Wiederverwendung sowie die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen.

B

Betreiberpflichten bis Biodiversität
Betreiberpflichten
ISO 14001
Betreiberpflichten beziehen sich auf die Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen von Personen oder Organisationen, die bestimmte Anlagen, Einrichtungen oder Systeme betreiben. Dazu gehören Maßnahmen zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Funktionsweise, Wartung, Inspektion, Überwachung und Sicherheit dieser Anlagen. ISO 45001 und ISO 14001 stellen Anforderungen an Betreiberpflichten, einschließlich der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, der Identifizierung und Bewertung von Risiken, der Einführung von Kontrollmaßnahmen und der fortlaufenden Verbesserung der Leistung.
Biodiversität
ISO 14001
Biologische Vielfalt. Häufig wird unter Biodiversität die Vielzahl an Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen verstanden. Sichtbar wird die Artenvielfalt zum Beispiel in einer bunten Blumenwiese, im Gegensatz zu einem eintönig grünen Sportrasen.

C

Carbon Leakage bis CO2-Fußabdruck
Carbon Leakage
ISO 14001
Carbon Leakage bezeichnet das Phänomen, bei dem Unternehmen ihre Produktion oder Emissionen in Regionen mit weniger strengen Umweltauflagen verlagern, um Kosten zu sparen oder Regulierungen zu umgehen. Die ISO 14001 kann dazu beitragen, dieses Risiko zu reduzieren, indem sie Unternehmen dazu verpflichtet, Umweltauswirkungen zu bewerten, zu überwachen und zu steuern – unabhängig vom Standort.
Carbon-Leakage-Verordnung (BECV)
ISO 14001
Regelwerk, das darauf abzielt, die Verlagerung CO2-intensiver Industrien in Regionen mit weniger strengen Umweltauflagen zu verhindern. Die Einhaltung erfordert von Unternehmen Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und die Überwachung der Umweltauswirkungen. Ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 unterstützt dabei durch strukturierte Ansätze und fortlaufende Verbesserung.
CO2-Bilanz
ISO 14001
Eine CO2-Bilanz ist eine quantitative Bewertung der Treibhausgasemissionen, insbesondere Kohlendioxid (CO2), die durch die Aktivitäten einer Organisation, eines Produkts oder eines Prozesses verursacht werden. Sie umfasst die Erfassung und Berechnung der direkten und indirekten Emissionen entlang des gesamten Lebenszyklus, von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zur Entsorgung.
CO2-Fußabdruck (Carbon Footprint)
ISO 14001
Berechnung der benötigten oder verursachten Menge an Treibhausgasen, z. B. für die Herstellung eines Produktes oder die Durchführung eines Prozesses. Unternehmen geben ihren CO2-Fußabdruck z. B. in Nachhaltigkeitsberichten an, um ihre Wirkung auf das Klima abzubilden und darauf aufbauend Klimaschutzmaßnahmen zu definieren.

D

DIN EN ISO 14001 bis Downcycling
DIN EN ISO 14001
ISO 14001
Die Norm verlangt eine schriftlich fixierte und von der Unternehmensführung an alle Mitarbeiter kommunizierte Umweltpolitik mit Verpflichtung zum Umweltschutz und zur fortlaufenden Verbesserung der Umweltleistung. Dabei legt die Norm die Mindestanforderungen für alle relevanten Umweltaspekte der Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens fest.
Dokumentenmatrix
ISO 14001
Eine Dokumentenmatrix ist eine strukturierte Übersicht, die die Beziehungen zwischen verschiedenen Dokumenten in einem Managementsystem darstellt. ISO 9001 und ISO 14001 stellen Anforderungen an dokumentierte Information; eine Dokumentenmatrix hilft, diese effizient zu organisieren und den Nachweis der Normkonformität zu erleichtern.
Downcycling
ISO 14001
Downcycling bezieht sich auf den Prozess, bei dem Abfallprodukte oder Materialien recycelt werden, aber mit einer Qualitätsminderung im Vergleich zum ursprünglichen Produkt.

E

Ecodesignkit bis Ethische Verhaltensstandards
Ecodesignkit
ISO 14001
Ein Ecodesignkit ist ein Werkzeug oder eine Sammlung von Methoden, die Unternehmen bei der Entwicklung umweltfreundlicher Produkte unterstützen. Es beinhaltet Informationen zu Materialauswahl, Energieeffizienz, Verpackungsdesign und Recyclingfähigkeit und berücksichtigt die Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus des Produkts.
EMAS-Register
ISO 14001
EMAS steht für „Eco-Management and Audit Scheme“. Im EMAS-Register sind Unternehmen und Organisationen aufgeführt, die sich verpflichtet haben, Umweltrechtsvorschriften zu befolgen und ihre Umweltleistung stetig zu steigern. In den Anforderungen der EMAS sind die Anforderungen der ISO 14001 integriert.
Emissionen
ISO 14001
Ausstoß bestimmter Stoffe oder Teile von Stoffen in die Umwelt.
Emissionsbilanzierung
ISO 14001
Die Emissionsbilanzierung bezieht sich auf die Erfassung, Messung und Bewertung der Treibhausgasemissionen, die durch die Aktivitäten eines Unternehmens, Produkts oder Prozesses verursacht werden.
Emissionsreduktion
ISO 14001
Emissionsreduktion bezeichnet die Maßnahmen und Strategien, die ergriffen werden, um die Menge der Treibhausgasemissionen zu verringern. Die ISO 14001 sowie nationale Gesetze zur Luftreinhaltung können Anforderungen und Standards für die Umsetzung von Emissionsreduktionsmaßnahmen festlegen.
ESG-Bericht
ISO 14001
Ein ESG-Bericht ist ein Dokument, das die Leistung eines Unternehmens in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) darstellt. Er enthält Informationen über Nachhaltigkeitspraktiken und -leistungen in Bezug auf Umweltschutz, soziale Verantwortung und Unternehmensführung. Typischerweise werden Kennzahlen, Indikatoren und Fallbeispiele verwendet, um Stakeholdern einen Einblick in die ESG-Leistung zu geben.
Ethische Verhaltensstandards
ISO 14001
Moralisch vertretbares Verhalten und Grundwerte, die in unternehmensweiten Richtlinien oder einem Kodex festgehalten werden. Dazu zählen z. B. die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, der Umgang mit Kunden oder die Beschaffung von Rohstoffen innerhalb der Lieferkette.

F

Fußabdruck
Fußabdruck
ISO 14001
Indikator zur Verbrauchsbestimmung von Personen, Unternehmen oder Organisationen. Im Bereich der Nachhaltigkeit wird meist der ökologische Fußabdruck berechnet.

G

Gefahrstoffkataster bis Gesetzliche Anforderungen
Gefahrstoffkataster
ISO 14001
Liste aller für Mensch und Umwelt gefährlichen Stoffe, die innerhalb eines Unternehmens oder einer Organisation zum Einsatz kommen.
Gesetzliche Anforderungen
ISO 14001
Gesetzliche Anforderungen beziehen sich auf Vorschriften, Verordnungen und Gesetze, die von Regierungen oder Behörden festgelegt werden und die Unternehmen einhalten müssen. Managementsystemnormen wie ISO 14001 oder ISO/IEC 27001 unterstützen dabei, die Einhaltung sicherzustellen, zu überprüfen und nachzuweisen.

K

Klima bis Kreislaufwirtschaftsgesetz
Klima
ISO 14001
Ortsabhängige Sammlung von Wettererscheinungen über einen bestimmten Zeitraum hinweg, die in der mittleren Erdatmosphäre entstehen.
Klimafolgen
ISO 14001
Wirkungen in Ökosystemen, die durch langfristige klimatische oder wetterbedingte Veränderungen wie die globale Erderwärmung entstehen.
Klimafolgenanpassung
ISO 14001
Ergreifung von Maßnahmen zur Bewältigung der bereits ersichtlichen klimatischen Veränderungen.
Klimaschutz
ISO 14001
Maßnahmen zur Verhinderung oder Verminderung klimatischer Veränderungen, wie z. B. der globalen Erderwärmung.
Klimaschutzgesetz
ISO 14001
Rechtsnormen zur Verwirklichung der beschlossenen Klimapolitik und Klimaziele mit dem Ziel der Verbesserung des Klimaschutzes.
Klimaschutzmaßnahme
ISO 14001
Bestimmte Handlung zur Verhinderung oder Verminderung klimatischer Veränderungen, wie z. B. der globalen Erderwärmung.
Klimasensibilität
ISO 14001
Positive oder negative Intensität der Auswirkungen anthropogen verursachter Veränderungen in den Wettererscheinungen.
Klimaszenario
ISO 14001
Berechnung verschiedener Möglichkeiten, wie sich das Klima in Zukunft verändern könnte. Dafür werden verschiedene klimatische Ausprägungen in Beziehung zueinander gesetzt.
Klimawandel
ISO 14001
Mittel- bis langfristige Veränderung der Wettererscheinungen.
Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)
ISO 14001
Das Kreislaufwirtschaftsgesetz regelt in Deutschland die Bewirtschaftung von Abfällen und zielt darauf ab, Abfälle zu vermeiden, zu reduzieren, zu verwerten und umweltverträglich zu beseitigen. Ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 unterstützt Unternehmen bei der Einhaltung, indem es Anforderungen an ein wirksames Abfallmanagement festlegt.

L

Lebenszykluskostenanalyse bis Life Cycle Management
Lebenszykluskostenanalyse (LCCA)
ISO 14001
Die Lebenszykluskostenanalyse ist eine Methode zur Bewertung der Gesamtkosten eines Produkts oder einer Anlage über den gesamten Lebenszyklus hinweg, einschließlich Herstellung, Nutzung, Wartung und Entsorgung.
Lieferkettengesetz
ISO 14001
Rechtsnormen, die den Schutz der Umwelt sowie Kinder- und Menschenrechte entlang der gesamten Lieferkette gewährleisten und die Arbeitsbedingungen verbessern sollen.
Life Cycle (Lebensweg oder Produktlebenszyklus)
ISO 14001
Gesamter Lebenszyklus von Produkten oder Dienstleistungen, der von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung reicht.
Life Cycle Management / Lebenszyklusmanagement
ISO 14001
Das Life Cycle Management sammelt alle Informationen, die während des gesamten Lebenszyklus eines Produkts entstehen. Dadurch sollen Prozesse besser analysiert und umweltfreundlicher ausgerichtet werden können.

N

Nachhaltige Entwicklung bis Natürliche Ressource
Nachhaltige Entwicklung
ISO 14001
Nutzung von Ressourcen, um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, ohne dabei die Bedürfnisse zukünftiger Generationen zu vernachlässigen.
Nachhaltigkeit
ISO 14001
Schaffung des Einklangs ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte.
Nachhaltigkeitsstrategie
ISO 14001
Eine Nachhaltigkeitsstrategie ist ein Plan oder eine Reihe von Maßnahmen, die ein Unternehmen umsetzt, um sozial-ökologische Verantwortung zu übernehmen und langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Die ISO 14001 bietet Leitlinien für die Entwicklung und Umsetzung, indem sie Anforderungen definiert, die Unternehmen bei der Integration von Umweltstandards in ihre Geschäftsstrategie unterstützen.
Natürliche Ressource
ISO 14001
Substanz oder Bestand aus der Natur, der vom Menschen genutzt werden kann. Natürliche Ressourcen können z. B. Holz, Wind oder Böden sein.

Ö

Ökobilanz bis Ökosystemleistung
Ökobilanz
ISO 14001
Vorgehensweise, bei der alle Umweltwirkungen des gesamten Lebensweges identifiziert, analysiert und bewertet werden. Eine Ökobilanz, auch Life Cycle Assessment genannt, kann nicht nur für Produkte, sondern auch für Dienstleistungen und Verfahren erstellt werden – von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung.
Ökobilanzierung
ISO 14001
Der Vorgang der Erstellung einer Ökobilanz: Identifikation, Analyse und Bewertung aller Umweltwirkungen des gesamten Lebensweges eines Produkts, einer Dienstleistung oder eines Verfahrens.
Ökodesign
ISO 14001
Konzept für ein umweltgerechteres und ressourcenschonenderes Produktdesign und für Produktverpackungen, insbesondere bei energieintensiven Produkten. In der Ökodesign-Richtlinie hat die Europäische Kommission Mindestanforderungen für Gestaltung und Verpackung von Produkten festgeschrieben.
Ökoeffizienz
ISO 14001
Beschreibt die Beziehung zwischen ökonomischen Tätigkeiten und Umweltauswirkungen eines Produktes oder einer Dienstleistung. Je geringer die Auswirkungen auf die Umwelt, desto effizienter ist z. B. das Produkt. Ziel ist es, Ressourcen zu schonen und negative Umweltauswirkungen zu minimieren.
Ökoeffizienz-Indikator
ISO 14001
Kennzahl für die Bewertung der ökologischen Schadschöpfung gegenüber der ökologischen Wertschöpfung eines Produktes.
Ökologischer Rucksack
ISO 14001
Bild für die gesamte Menge an Ressourcen, die ein Produkt oder eine Dienstleistung während des Lebenszyklus beansprucht.
Ökosystem
ISO 14001
Organische Lebensgemeinschaft, die aus Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen besteht und die in einem nichtlebenden Habitat im Austausch miteinander steht.
Ökosystemleistung
ISO 14001
Nutzen, den der Mensch aus der Natur ziehen kann, wie z. B. die Bereitstellung von Nahrung.

R

Rechtskataster bis Reduktion
Rechtskataster
ISO 14001
Zusammenstellung aller wesentlichen und erforderlichen Rechtsvorschriften. Im Rechtskataster werden zudem Erfassung, Bewertung, Umsetzung und Dokumentation der Vorschriften und Anforderungen sowie ihrer Einhaltung vermerkt.
Recyclingfähigkeit
ISO 14001
Die Recyclingfähigkeit bezieht sich auf die Fähigkeit eines Produkts oder Materials, nach dem Gebrauch in den Recyclingprozess zurückgeführt und wieder in den Produktionskreislauf eingeführt zu werden. Bewertet wird sie anhand von Materialzusammensetzung, Trennbarkeit, Wiederverwertbarkeit und ökologischer Verträglichkeit des Recyclings.
Recyclingroute
ISO 14001
Eine Recyclingroute bezeichnet den Weg oder die Prozesse, die ein Produkt oder Material durchläuft, um recycelt zu werden und seine Rohstoffe wiederzugewinnen.
Reduktion
ISO 14001
Verringerung von etwas. Im chemischen Sinne zeichnet sich die Reduktion durch das Verringern der Oxidation aus. Im umweltpolitischen Sinne ist z. B. von der Reduktion der CO2-Emissionen die Rede.

S

Sensibilisierung
Sensibilisierung
ISO 14001
Schaffung eines Bewusstseins bei den Mitarbeitern für die Auswirkungen ihres Handelns auf die natürliche und betriebliche Umwelt, um Umweltauswirkungen reduzieren zu können.

T

Treibhausgas bis Treibhauspotenzial
Treibhausgas
ISO 14001
Gasförmige chemische Stoffe natürlichen oder künstlichen Ursprungs, die Strahlung zwischen Atmosphäre und Erdoberfläche aufnehmen bzw. abgeben. Zu den Treibhausgasen zählen neben Kohlendioxid auch Methan, Lachgas, perfluorierte Kohlenwasserstoffe, teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe, Schwefelhexafluorid und Stickstofftrifluorid.
Treibhauseffekt
ISO 14001
Reaktion der Treibhausgase in der Atmosphäre: Kurzwellige Sonnenstrahlen treffen auf die Erdoberfläche. Die langwelligen Infrarotstrahlen werden zurück in die Atmosphäre reflektiert und von den Treibhausgasen zum Teil gebunden. Die freigesetzte Energie wird zurück an die Erdoberfläche reflektiert, wo sie diese erwärmt.
Treibhausgasemissionen
ISO 14001
Durch die Produktion oder Nutzung von Produkten entstehen Treibhausgase, die zusätzlich zu den natürlichen Treibhausgasen in die Atmosphäre abgegeben werden. Das hat zur Folge, dass der natürliche Treibhauseffekt gestört wird und mehr Energie in Form von Wärme zur Erdoberfläche zurückgestrahlt wird.
Treibhauspotenzial
ISO 14001
Kennzahl, die den Beitrag eines Treibhausgases zum Treibhauseffekt im Vergleich zu CO2 ausdrückt. Der Zeithorizont der Berechnung beträgt meist 100 Jahre.

U

Umwelt bis Umweltzustandsindikator
Umwelt
ISO 14001
Umgebung von Lebewesen, die sowohl lebendig als auch nicht lebendig sein kann.
Umweltabhängigkeit
ISO 14001
Art der nicht selbstbestimmten Verbundenheit für die Nutzung natürlicher Ressourcen. So ist z. B. der Mensch auf die Ressource Wasser angewiesen, um überleben zu können.
Umweltabhängigkeitskosten
ISO 14001
Kosten, die Unternehmen und Organisationen tragen müssen, wenn sich die Umwelt durch oder für sie nachteilig verändert.
Umweltanforderungen
ISO 14001
Verpflichtende Erwartung an ein Unternehmen oder eine Organisation mit dem Ziel, die Umwelt besser zu schützen.
Umweltaspekt
ISO 14001
Ursache, die eine Umweltauswirkung bewirken kann.
Umweltaudit intern und extern
ISO 14001
Regelmäßige Überprüfung und Bewertung, ob die Anforderungen und Verpflichtungen der ISO 14001 durch das Umweltmanagementsystem erfüllt werden. Das Audit kann intern und extern durchgeführt werden und betrachtet alle Prozesse, Aktivitäten und Richtlinien.
Umweltauditor
ISO 14001
Natürliche oder juristische Personen, die nach ISO 14001 interne oder externe Überprüfungen in Unternehmen und Organisationen durchführen.
Umweltaussage
ISO 14001
Information über die Umweltverträglichkeit eines Produktes, einer Verpackung oder einer Dienstleistung.
Umweltauswirkung
ISO 14001
Umweltauswirkungen folgen einer Ursache-Wirkungs-Beziehung: Eine bestimmte Einwirkung, die positiv oder negativ sein kann, ruft eine bestimmte Auswirkung hervor. Ist die CO2-Konzentration im Wasser zu hoch, hat das eine Versauerung des Wassers zur Folge. Im Gegenzug kann eine Aufforstung CO2 aus der Luft binden.
Umweltauswirkungsfaktor
ISO 14001
Größe, die die Einflussnahme eines Unternehmens oder seiner Produkte und Dienstleistungen auf die Umweltaspekte beschreibt.
Umweltbewusstsein
ISO 14001
Erkenntnis darüber, dass bestimmte Handlungen oder Unterlassungen die Umwelt schädigen oder auch regenerieren können.
Umweltbezogene Ausgangsbasis
ISO 14001
Verfassung oder Befindlichkeit der Umwelt eines Unternehmens oder einer Organisation zu Beginn der Betrachtung.
Umweltbezogenes Themengebiet
ISO 14001
Interessens- oder Handlungsbereich der Umwelt eines Unternehmens oder einer Organisation, der vom Umweltmanagement festgelegt wird.
Umweltdeklaration
ISO 14001
Beschreibung der Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen, die die Grundlage der ökologischen Bewertung bildet.
Umweltgefährdung
ISO 14001
Mögliche gesundheitliche und Umweltrisiken, die durch den Kontakt oder die Verwendung eines Produktes oder Stoffes entstehen können.
Umweltgutachter
ISO 14001
Natürliche oder juristische Personen, die nach dem Gesetz dazu befugt sind, die Erfüllung der Anforderungen und Verpflichtungen zu überprüfen und zu bewerten.
Umweltinformation
ISO 14001
Sämtliche Daten, Erklärungen und Hinweise zur Befindlichkeit der Umwelt sowie zu möglichen Umweltauswirkungen durch die Handlungen des Unternehmens oder der Organisation.
Umweltinformationsaussage
ISO 14001
Erläuterung von umweltbezogenen Daten.
Umweltintegrität
ISO 14001
Sicherstellung, dass durch die Anwendung von Mechanismen Klima- und Umweltschutzziele nicht umgangen werden. Zudem dürfen Klimaschutzmaßnahmen keine Schäden an oder in der Umwelt verursachen.
Umweltkennzahlen
ISO 14001
Messbare Größe, die Informationen über einen Umwelttatbestand gibt. Beispiele sind Schadstofffrachten im Abwasser, Lärmemissionen oder der Anteil naturnaher Fläche an der gesamten Firmenfläche.
Umweltkennzeichnung
ISO 14001
Benennung oder Markierung von Produkten, Methoden oder Dienstleistungen, die besonders umweltfreundlich oder ressourcenschonend über ihren gesamten Lebensweg hinweg sind. Bekannte Umweltkennzeichnungen sind z. B. Blauer Engel, FSC oder Fairtrade.
Umweltkennzeichnungsvergabestelle
ISO 14001
Nationale oder europäische Stellen, die die Zuweisung von Umweltzeichen an Produkte oder Dienstleistungen prüfen und genehmigen.
Umweltkommunikation
ISO 14001
Verständliche Vermittlung von Wissen zu Umweltthemen sowohl innerhalb des Unternehmens oder der Organisation als auch in der Öffentlichkeit.
Umweltkosten
ISO 14001
Kosten, die durch betriebliche Umweltbelastungen entstehen und dem Ökosystem und der Menschheit Schäden zugefügt haben.
Umweltkriterien für Produkte
ISO 14001
Umweltfreundliche Eigenschaften von Produkten über den gesamten Lebensweg hinweg. Erfüllt ein Produkt bestimmte Anforderungen, z. B. für den Schutz der Umwelt, der menschlichen Gesundheit oder der Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette, kann es mit einem spezifischen Label gekennzeichnet werden.
Umweltleistung
ISO 14001
Quantitativ und/oder qualitativ bewertetes Ergebnis, wie gut oder schlecht die Umweltaspekte im Unternehmen oder der Organisation gesteuert wurden. Ein Instrument zur Bewertung kann die Ökobilanzierung sein.
Umweltleistungsbewertung
ISO 14001
Die Einhaltung der Anforderungen und gesetzten Ziele soll in der Leistungsbewertung mittels Kennzahlen gemessen und gesteuert werden. Ergänzend zur ISO 14001 wurden dafür die ISO 14031 sowie der technische Report ISO/TR 14032 erarbeitet.
Umweltleistungskennzahl
ISO 14001
Messbare Information oder Größe, die Auskunft über die Steuerung der Umweltaspekte innerhalb des Unternehmens gibt. Umweltleistungskennzahlen können in Stoff- und Energiekennzahlen untergliedert werden.
Umweltleitlinie
ISO 14001
Richtlinie oder Leitfaden von Unternehmen und Organisationen, in denen festgehalten wird, wie der Umweltschutz in der täglichen Arbeit integriert ist.
Umweltmanagementbeauftragter
ISO 14001
Ein Umweltmanagementbeauftragter begleitet den gesamten Prozess des Umweltmanagements von der Einführung über den Betrieb bis zur fortlaufenden Verbesserung. Die ISO 14001 sieht keine verpflichtende Ernennung eines Umweltmanagementbeauftragten vor; die Verantwortung liegt bei der obersten Leitung.
Umweltmanagementhandbuch
ISO 14001
Ein Umweltmanagementhandbuch beschreibt Umweltpolitik, -ziele, -verfahren und -prozesse eines Unternehmens. Es dient als zentrales Referenzdokument für die Umsetzung und Aufrechterhaltung eines Umweltmanagementsystems. Hinweis: Die ISO 14001:2015 fordert kein Handbuch – es bleibt ein freiwilliges Hilfsmittel.
Umweltmanagementsystem
ISO 14001
Das Umweltmanagementsystem wird in alle Prozesse und Bereiche des Unternehmens integriert und überwacht nicht nur die Einhaltung rechtlicher Anforderungen, sondern bildet auch Chancen und Risiken ab, die die Umwelt des Unternehmens betreffen. Ziel ist sowohl die Einhaltung der Verpflichtungen als auch die fortlaufende Verbesserung der Umweltleistung.
Umweltnutzen
ISO 14001
Positiver Wert oder positive Wirkung mit Bezug zur Umwelt, wie z. B. der Bezug von Ökostrom. Ein Umweltnutzen kann innerhalb oder außerhalb des Unternehmens gestiftet werden.
Umweltpolitik
ISO 14001
Übergeordnete Absichten und Ausrichtung einer Organisation zum Umweltschutz, wie sie von der obersten Leitung formell ausgedrückt werden. Sie bildet den Rahmen für die Festlegung von Umweltzielen.
Umweltprogramm
ISO 14001
Übergeordnete Umweltziele werden in Umweltprogrammen spezifiziert und anhand von Maßnahmen in konkrete Handlungen heruntergebrochen. Im Umweltprogramm sind zudem Verantwortlichkeiten, Mittel und Fristen vermerkt.
Umweltrelevante Abweichung
ISO 14001
Veränderungen, die höher oder niedriger als ein festgelegter Wert ausfallen und einen Einfluss auf die Umwelt haben.
Umweltrisiken
ISO 14001
Umweltrisiken entstehen, wenn festgelegte Grenzwerte überschritten werden und daraus eine Gefahr für die Umwelt oder die menschliche Gesundheit resultieren kann. Beispiele sind verschmutztes Abwasser, Schadstoffe in Produkten oder gesundheitsgefährdende Abluft.
Umweltschadenskosten
ISO 14001
Monetärer oder nicht-monetärer Aufwand, der durch negative Umweltauswirkungen aus dem Umgang mit Umweltaspekten eines Unternehmens entsteht.
Umweltschutz
ISO 14001
Der Umweltschutz dient der Erhaltung der Natur sowie der Gesundheit des Menschen. Er wird nicht nur präventiv betrieben, sondern dient auch dazu, Schäden an der Umwelt zu beheben und Schäden durch die Umwelt zu minimieren.
Umweltstandards
ISO 14001
Vorgaben zum Schutz und Erhalt von natürlichen Ressourcen, der Umwelt sowie der menschlichen Gesundheit, ohne dabei die wirtschaftliche Leistung zu beeinträchtigen. Sie orientieren sich z. B. an Grenzwerten und sind meist rechtlich verbindlich.
Umweltteam / Umweltmanagementteam
ISO 14001
Ersatz des Umweltmanagementbeauftragten durch ein Team aus mehreren Personen, die das Umweltmanagementsystem operativ betreuen.
Umwelttechnische Untersuchung
ISO 14001
Analyse, bei der in Böden, Gewässern oder der Luft nach Schadstoffen und deren Konzentration gesucht wird, die sich negativ auf die Umwelt oder die Gesundheit des Menschen auswirken können.
Umwelttechnologie
ISO 14001
Technische Verfahren, mithilfe derer Umweltbelastungen reduziert werden sollen.
Umweltverantwortung
ISO 14001
Pflicht gegenüber der gesamten Umwelt, diese zu schützen und nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen bzw. Maßnahmen zu ergreifen, das natürliche Gleichgewicht wiederherzustellen.
Umweltwirkungspfad
ISO 14001
Weg, den ein Stoff oder Schadstoff von der Entstehung bis zu dem Zeitpunkt zurücklegt, an dem er einen Effekt auf die Umwelt hat.
Umweltziele
ISO 14001
Strategische und operative Ziele, die von einem Unternehmen oder einer Organisation definiert wurden, um die Umwelt zu schützen und Belastungen zu reduzieren.
Umweltzustand
ISO 14001
Verfassung oder Befindlichkeit der Umwelt zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Umweltzustandsindikator
ISO 14001
Hinweisgröße zur aktuellen Verfassung der Umwelt.

Ü

Überprüfung der Umweltaussage
Überprüfung der Umweltaussage
ISO 14001
Kontrolle des Wahrheitsgehaltes von Informationen über die Umweltverträglichkeit eines Produktes, einer Verpackung oder einer Dienstleistung.

V

Validierung bis Verifizierung
Validierung
ISO 14001
Dokumentierter Nachweis eines Umweltgutachters, dass die Anforderungen der EMAS eingehalten und die mit der Zertifizierung in Zusammenhang stehenden Ziele verfolgt und erreicht werden.
Validierung von Umweltinformationen
ISO 14001
Vorgehen oder Methodik zur Prüfung der Richtigkeit und Folgerichtigkeit aller im Zusammenhang mit der Information stehenden Aussagen.
Verhinderung von Umweltbelastungen
ISO 14001
Ergreifung von prozessualen oder aktivitätsbasierten Maßnahmen, um die Schädigung der Umwelt, z. B. durch hohen Emissionsausstoß, präventiv zu vermeiden.
Verifizierung von Umweltinformationen
ISO 14001
Methode zur Prüfung der grundlegenden Korrektheit der Aussage. Der Vorgang stützt sich vor allem auf Daten aus der Vergangenheit.

W

Wasser-Fußabdruck bis Wirkungsabschätzung
Wasser-Fußabdruck
ISO 14001
Quantitativer Indikator, der mögliche Umweltauswirkungen im, am oder auf dem Wasser ausdrückt.
Wirkungsabschätzung
ISO 14001
Bewertung oder Beurteilung von Reaktionen oder Effekten auf die Umwelt.

Z

Zulassung
Zulassung
ISO 14001
Die Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter (DAU) lässt Umweltgutachter zu, eine Validierung in Unternehmen und Organisationen durchzuführen. Die zugelassenen Umweltgutachter prüfen, ob die Anforderungen gemäß EMAS erfüllt werden. Alle zugelassenen Umweltgutachter sind in der Datenbank der DAU verzeichnet und wurden hinsichtlich Zuverlässigkeit, Unabhängigkeit und Fachkunde geprüft.

ISO 27001 – Informationssicherheit

Begriffe rund um ISMS, Risikomanagement und Informationssicherheit. (64 Begriffe)

A

Abgeleitete Messgröße bis Authentizität
Abgeleitete Messgröße
ISO 27001
Messgröße, die durch das Berechnen einer Funktion aus zwei oder mehr Elementarmessgrößen entsteht.
Aufrechterhaltung der Informationssicherheit
ISO 27001
Vorgehensweise oder Prozess, um die Maßnahmen zur Gewährleistung der Informationssicherheit dauerhaft wirksam zu halten.
Authentisierung
ISO 27001
Prüfung auf Richtigkeit von Behauptungen oder Annahmen zu bestimmten Eigenschaften, z. B. der behaupteten Identität eines Benutzers.
Authentizität
ISO 27001
Eigenschaft, dass eine Einheit tatsächlich das ist, was sie vorgibt zu sein – bezogen auf Personen, Systeme, Dokumente oder Informationen.

B

Bedrohung bis BS 7799-2:2002
Bedrohung
ISO 27001
Mögliche Ursache eines unerwünschten Vorfalls, die zu einem Schaden für das Unternehmen oder die Organisation führen kann.
Bestandsregister Hard- und Software
ISO 27001
Verzeichnis, in dem sämtliche Hard- und Software des Unternehmens oder der Organisation zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb eines Zeitraumes aufgeführt ist. Entspricht dem Inventar der Informationswerte (Annex A 5.9).
Britischer Standard BS 7799-2:2002
ISO 27001
Vorläufernorm, die das Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) spezifizierte und 2005 als ISO/IEC 27001 international genormt wurde.

C

CyberRisiko-Check
CyberRisiko-Check
ISO 27001
Standardisiertes Verfahren nach DIN SPEC 27076 zur Ermittlung des Cybersicherheitsniveaus kleiner und mittlerer Unternehmen im Rahmen eines strukturierten Beratungsgesprächs.

D

DIN EN ISO/IEC 27001
DIN EN ISO/IEC 27001
ISO 27001
Internationale Norm für Informationssicherheit in privaten, öffentlichen und gemeinnützigen Organisationen. Sie beschreibt die Anforderungen für das Einrichten, Verwirklichen, Betreiben und fortlaufende Verbessern eines dokumentierten Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS). Darüber hinaus enthält die Norm Anforderungen für die Beurteilung und Behandlung von Informationssicherheitsrisiken entsprechend den individuellen Bedürfnissen der Organisation.

E

Elementarmessgröße bis Externer Kontext
Elementarmessgröße
ISO 27001
Unabhängige, zugrundeliegende Größe, die eine einzelne Eigenschaft beschreibt und nicht aus anderen Messgrößen abgeleitet wird.
Erklärung zur Anwendbarkeit (Statement of Applicability, SoA)
ISO 27001
Dokumentierte Übersicht, welche Informationssicherheitsmaßnahmen für das ISMS anwendbar sind, wie sie umgesetzt werden und warum Maßnahmen gegebenenfalls nicht angewendet werden. Sie verbindet die Risikobehandlung mit den ausgewählten Controls.
Externe Kommunikation
ISO 27001
Austausch von Informationen zwischen einer Organisation und Personen oder Gruppen außerhalb der Organisation – etwa Kunden, Lieferanten, Behörden, Medien oder der Öffentlichkeit. Die ISO/IEC 27001 fordert, festzulegen, worüber, wann, mit wem und wie kommuniziert wird.
Externer Kontext
ISO 27001
Äußeres Umfeld einer Organisation, in dem sie ihre Ziele verfolgt – rechtliche, technologische, wirtschaftliche und marktbezogene Rahmenbedingungen sowie externe interessierte Parteien.

F

Fachkraft für Informationssicherheitsmanagementsysteme
Fachkraft für Informationssicherheitsmanagementsysteme
ISO 27001
Person, die den Aufbau, den Betrieb und die Verbesserung eines ISMS begleitet und ausführt, um die Sicherheit der Informationen zu gewährleisten.

G

Gesetzliche Anforderungen
Gesetzliche Anforderungen
ISO 27001
Vorschriften, Verordnungen und Gesetze, die von Regierungen oder Behörden festgelegt werden und die Unternehmen einhalten müssen. Managementsystemnormen wie ISO/IEC 27001 oder ISO 14001 unterstützen dabei, die Einhaltung sicherzustellen, zu überprüfen und nachzuweisen.

H

Handhabung von Informationssicherheitsvorfällen
Handhabung von Informationssicherheitsvorfällen
ISO 27001
Vorgehensweise, um Ereignisse in der Informationssicherheit zu identifizieren und zu bewerten, Maßnahmen zur Bewältigung abzuleiten und zukünftigen Vorfällen vorzubeugen.

I

Indikator bis IT-Sicherheit
Indikator
ISO 27001
Kennzahl oder Anhaltspunkt für die Beurteilung eines Sachverhalts.
Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS)
ISO 27001
Das ISMS soll durch Verfahren und Regeln die Informationssicherheit innerhalb eines Unternehmens oder einer Organisation gewährleisten. Es definiert, steuert, kontrolliert und verbessert die Informationssicherheit fortlaufend und wird von der obersten Leitung getragen.
Informationsaustauschende Gemeinschaft
ISO 27001
Gruppe aus mehreren Unternehmen oder Organisationen mit dem Ziel, Informationen untereinander auszutauschen.
Informationsbedarf
ISO 27001
Erfordernis an Informationen bzw. verarbeiteten Daten zur Erfüllung von Informationssicherheitszielen oder zur Vorbeugung und Bekämpfung von Risiken und auftretenden Problemen.
Informationssicherheit
ISO 27001
Informationssicherheit umfasst den Schutz aller technischen und nicht-technischen Informationen. Eine Information gilt als sicher, wenn Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit gewährleistet werden können.
Informationssicherheitsbeauftragter
ISO 27001
Person, die für alle Fragen rund um die Informationssicherheit in der Organisation zuständig ist. Hinweis: Die ISO/IEC 27001 fordert keine bestimmte Rollenbezeichnung, sondern die Zuweisung von Verantwortlichkeiten und Befugnissen.
Informationssicherheitsereignis
ISO 27001
Vorkommnis, dessen Auswirkung auf die Informationssicherheitspolitik und -ziele zunächst unklar ist. Das Ereignis kann Systeme, Dienste und Netzwerke betreffen.
Informationssicherheitsleitlinie
ISO 27001
In der Informationssicherheitsleitlinie werden die drei Schutzziele Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit zugrunde gelegt. Die Leitlinie wird von der obersten Leitung festgelegt und kommuniziert.
Informationssicherheitsmanagement-Handbuch
ISO 27001
Dokument, in dem allgemeine Grundsätze sowie zentral organisierte Elemente der Informationssicherheit festgeschrieben sind. Hinweis: Die ISO/IEC 27001 fordert kein Handbuch – es bleibt ein freiwilliges Hilfsmittel.
Informationssicherheitspolitik
ISO 27001
Leitlinie des Unternehmens oder der Organisation, in der Ziele und Rahmenbedingungen für ein funktionierendes Informationssicherheitsmanagement festgehalten sind.
Informationssicherheitsrisiken
ISO 27001
Möglichkeit, dass eine Bedrohung eine Schwachstelle ausnutzt und dadurch ein Schaden für das Unternehmen oder die Organisation entsteht.
Informationssicherheitsrisikobehandlung
ISO 27001
Ist ein Risiko identifiziert und analysiert, stellt sich die Frage nach dem Umgang damit. Dafür stehen im Wesentlichen vier Optionen zur Verfügung: Vermeidung, Akzeptanz, Verlagerung (Transfer) oder Reduzierung.
Informationssicherheitsrisikobeurteilung
ISO 27001
Die Beurteilung findet in drei Schritten statt: Zuerst wird das Risiko identifiziert, anschließend erfolgt die Analyse, bevor Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß bewertet werden.
Informationssicherheitsvorfall
ISO 27001
Ein oder mehrere Informationssicherheitsereignisse, die mit hoher Wahrscheinlichkeit die Informationssicherheit gefährden und die Abläufe im Unternehmen oder der Organisation beeinträchtigen.
Informationssicherheitsziele
ISO 27001
Informationssicherheitsziele definieren, was mit der Informationssicherheit erreicht werden soll. Übergeordnete Ziele sind Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit.
Informationssystem
ISO 27001
Netz aus Personen und Maschinen, die Daten so verarbeiten, dass sie eine Aussage zu bestimmten Themen, Prozessen oder Eigenschaften ermöglichen, und diese Daten innerhalb des Netzes verbreiten.
Informationsverarbeitende Einrichtungen
ISO 27001
System, Dienst oder Infrastruktur, in der Daten verarbeitet werden – einschließlich der physischen Orte, an denen sie untergebracht sind.
Integrität
ISO 27001
Eigenschaft der Richtigkeit und Vollständigkeit von Informationen – Schutz vor unbefugter oder unbemerkter Veränderung.
Internationale Elektrotechnische Kommission (IEC)
ISO 27001
Internationale Organisation für die Erstellung von Normen in den Bereichen Elektrotechnik und Elektronik. Gibt gemeinsam mit der ISO die Normenreihe ISO/IEC 27000 heraus.
Interner Kontext
ISO 27001
Inneres Umfeld einer Organisation, in dem sie ihre Ziele verfolgt – Struktur, Rollen, Prozesse, Ressourcen, Kultur und interne interessierte Parteien.
IT-Nutzungsrichtlinie
ISO 27001
Leitlinie, in der Verantwortlichkeiten, Pflichten im Umgang mit der Datenverarbeitung sowie Befugnisse der Datenverwendung definiert sind.
IT-Risiken
ISO 27001
Mögliche Gefahren, die die Unversehrtheit oder Verfügbarkeit der IT beeinträchtigen und dazu führen können, dass Tätigkeiten nicht mehr ausgeführt werden können.
IT-Sicherheit
ISO 27001
Schutz von IT-Systemen und technischen Systemen – von einzelnen Dateien über Netzwerke bis zu Cloud-Systemen und Rechenzentren. IT-Sicherheit ist ein Teilbereich der Informationssicherheit.

M

Messfunktion bis Messmethode
Messfunktion
ISO 27001
Berechnungsvorschrift, die zwei oder mehr Elementarmessgrößen zu einer abgeleiteten Messgröße verknüpft.
Messmethode
ISO 27001
Vorgehensweise oder Prozess zur Ermittlung von Messwerten und deren Zusammenhängen.

N

Nichtabstreitbarkeit
Nichtabstreitbarkeit
ISO 27001
Nachweisbarkeit von Ereignissen oder Handlungen, sodass diese im Nachhinein nicht bestritten werden können.

R

Restrisiko bis Risikoniveau
Restrisiko
ISO 27001
Risiko, das trotz umgesetzter Maßnahmen bestehen bleibt. Restrisiken müssen von den Risikoeigentümern akzeptiert und dokumentiert werden.
Risikoakzeptanz
ISO 27001
Entscheidung, ein bestimmtes Risiko in Kauf zu nehmen, da Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder Schadensausmaß innerhalb der festgelegten Risikokriterien liegen.
Risikoanalyse
ISO 27001
Prozess zur Bestimmung von Art und Höhe eines Risikos auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung.
Risikobehandlung
ISO 27001
Verfahren zur Auswahl und Umsetzung von Maßnahmen, die ein bestehendes Risiko verändern.
Risikobeurteilung
ISO 27001
Gesamtprozess aus Risikoidentifizierung, Risikoanalyse und Risikobewertung.
Risikobewertung
ISO 27001
Vergleich der Ergebnisse der Risikoanalyse mit den festgelegten Risikokriterien, um zu bestimmen, ob ein Risiko akzeptabel ist.
Risikoeigentümer
ISO 27001
Person oder Einheit mit der Verantwortung und Befugnis, ein Risiko zu steuern und über dessen Behandlung zu entscheiden.
Risikoidentifizierung
ISO 27001
Prozess des Auffindens, Erkennens und Beschreibens von Risiken.
Risikokommunikation und -absprache
ISO 27001
Fortlaufender Austausch mit interessierten Parteien über Risiken und die ergriffenen Maßnahmen. Interessierte Parteien können dabei auch auf Risiken hinweisen.
Risikokriterien
ISO 27001
Maßstäbe, gegen die die Bedeutung eines Risikos bewertet wird.
Risikomanagementprozess
ISO 27001
Systematische Anwendung von Grundsätzen, Verfahren und Praktiken, um Risiken zu identifizieren, zu analysieren, zu bewerten, zu behandeln, zu überwachen und zu überprüfen.
Risikoniveau
ISO 27001
Ausmaß eines Risikos, ausgedrückt als Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung.

S

Schwachstelle bis Steuerungsgremium
Schwachstelle
ISO 27001
Punkt, Einheit oder Tätigkeit eines Unternehmens oder einer Organisation, die von einer Bedrohung ausgenutzt werden kann.
Standard zur Einführung von Sicherheit
ISO 27001
Regelwerk zur Erreichung der Informationssicherheit, z. B. ISO/IEC 27001 oder der BSI IT-Grundschutz.
Steuerung der Informationssicherheit
ISO 27001
Führung und Kontrolle aller Handlungen, die im Zusammenhang mit der Sicherstellung der Informationssicherheit stehen.
Steuerungsgremium
ISO 27001
Gremium oder Expertengruppe, das die Leistung und Übereinstimmung des Handelns mit den Anforderungen des ISMS in einem Unternehmen oder einer Organisation verantwortet.

Ü

Überprüfungsobjekt
Überprüfungsobjekt
ISO 27001
Element, dessen Beitrag zur Zielerreichung kontrolliert werden soll.

V

Verfügbarkeit bis Vertraulichkeit
Verfügbarkeit
ISO 27001
Eigenschaft, dass Informationen und informationsverarbeitende Einrichtungen für befugte Personen bei Bedarf zugänglich und nutzbar sind.
Vertrauenswürdige Einheit zur Informationsverarbeitung
ISO 27001
Eigenständiges Unternehmen oder Organisation, das innerhalb einer informationsaustauschenden Gemeinschaft unterstützend agiert.
Vertraulichkeit
ISO 27001
Eigenschaft von Informationen, dass diese nur befugten Personen, Einheiten oder Prozessen zugänglich gemacht werden.

W

Wahrscheinlichkeit
Wahrscheinlichkeit
ISO 27001
Möglichkeit des Eintretens eines Ereignisses – qualitativ oder quantitativ beschrieben.

Z

Ziel der Überprüfung
Ziel der Überprüfung
ISO 27001
Zweck, der durch eine Kontrolle oder Überprüfung erreicht werden soll.

ISO 50001 – Energiemanagement

Begriffe rund um Energiemanagement, Energiekennzahlen und Energierecht. (66 Begriffe)

A

Ablauflenkung bis Amortisationszeiten
Ablauflenkung
ISO 50001
Festlegung der prozessualen Vorgehensweise unter Beachtung der definierten Energieziele eines Unternehmens oder einer Organisation. Jeder Bereich bzw. jede Abteilung verfügt über eigene Abläufe.
Aktionsplan
ISO 50001
Auflistung aller operativen Maßnahmen, die zu planen sind, um die Ziele eines Unternehmens oder einer Organisation zu erreichen.
Amortisationszeiten von Energieeffizienzmaßnahmen
ISO 50001
Zeitraum, der benötigt wird, bis die Energieeinsparungen die geleisteten Investitionen decken oder übersteigen. Je kürzer die Amortisationszeit, desto rentabler die Investition.

D

DIN EN ISO 50001
DIN EN ISO 50001
ISO 50001
International etablierte Norm zur Einführung eines Energiemanagementsystems, mit dem die energiebezogene Leistung in Unternehmen und Organisationen geplant, umgesetzt, überwacht und verbessert wird.

E

EMAS bis Externe Audits
Eco-Management and Audit Scheme (EMAS)
ISO 50001
Europäisches Umweltmanagementsystem für Unternehmen und Organisationen, das Materialeinsatz, Ressourcenverbrauch sowie Energieeffizienz verbessern und gleichzeitig negative Umweltauswirkungen reduzieren soll.
Energetische Ausgangsbasis
ISO 50001
Quantitative Referenz als Grundlage für den Vergleich der energiebezogenen Leistung. Die Daten der energetischen Ausgangsbasis werden für Energieanalysen benötigt und dienen der Überprüfung von Verbesserungen nach einem bestimmten Zeitraum.
Energetische Bewertung
ISO 50001
Identifikation aller energiebezogenen Leistungen mit dem Ziel der Ermittlung eines Status quo. Auf Basis dieser Daten werden Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Energieeffizienz definiert.
Energie- und Sicherheitsmanagement im Maschinen- und Anlagenbau (EnSiMiMaV)
ISO 50001
Integrierte Steuerung von Energieverbrauch und Sicherheitsstandards in Produktionsprozessen. Ziel ist es, sowohl die Energieeffizienz als auch die Sicherheit von Maschinen und Anlagen zu optimieren.
Energieaudit
ISO 50001
Systematische Überprüfung in Unternehmen und Organisationen – einschließlich der Analyse von Verbräuchen, Energieeinsätzen und Effizienzpotenzialen mit anschließender Erarbeitung von Verbesserungsmaßnahmen.
Energieberatung
ISO 50001
Dienstleistung, die ein externer Experte Unternehmen und Organisationen zur Verfügung stellt, um energiebezogene Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen – z. B. Beratung zur Einführung eines Energiemanagements nach ISO 50001, zum Energierecht oder zur Durchführung einer Energieeffizienzanalyse.
Energiebezogene Leistung
ISO 50001
Messbares Ergebnis in Bezug auf Energieeffizienz, Energieeinsatz und Energieverbrauch.
Energiebezug
ISO 50001
Versorgung mit Energie, die ein Unternehmen oder eine Organisation von einem externen Energieanbieter in Anspruch nimmt.
Energiebilanz
ISO 50001
Quantitative Darstellung der Energieflüsse in einem System oder einer Organisation über einen bestimmten Zeitraum. Die ISO 50001 stellt Anforderungen an die Erfassung und Bewertung, um den Energieverbrauch zu überwachen, zu analysieren und zu optimieren.
Energiedienstleistung
ISO 50001
Leistung, die ein Unternehmen meist von einem externen Anbieter vertraglich in Anspruch nimmt, um mess- und überprüfbare Verbesserungen der Energieeffizienz oder eine Reduzierung des Primärenergieaufwandes zu erreichen.
Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G)
ISO 50001
Rechtsnorm, mit der die europäische Energieeffizienzrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt wurde. Regelt unter anderem die Pflicht zum Energieaudit für Nicht-KMU.
Energieeffizienz
ISO 50001
Verhältnis zwischen Nutzen und Energieeinsatz: Minimierung des Energieeinsatzes bei gleichbleibendem oder verbessertem Output.
Energieeffizienzanalyse
ISO 50001
Analyse zur Identifikation von Optimierungspotenzialen hinsichtlich der Energieeinsparung. Es werden alle Energieerzeuger und Energieverbraucher einbezogen; auf Grundlage der Beurteilung werden Handlungsvorschläge erarbeitet.
Energieeffizienzpotenzial
ISO 50001
Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz und Verringerung von Energiekosten sowie Energieverbrauch.
Energieeinsatz
ISO 50001
Art und Weise der Anwendung von Energie – bildet zudem den Energieverbrauch pro Verbraucher oder Verbrauchsgegenstand ab.
Energieeinsparung
ISO 50001
Maßnahmen, die darauf abzielen, den Energieverbrauch zu reduzieren und die Energieeffizienz zu steigern, um Ressourcen zu schonen und Kosten zu senken. Die ISO 50001 enthält Leitlinien für Identifizierung und Umsetzung.
Energieeinsparungspotenzial
ISO 50001
Mögliche Menge an Energie, die durch die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen eingespart werden kann.
Energiefinanzierungsgesetz (EnFG)
ISO 50001
Bundesgesetz zur Finanzierung bestimmter Aufgaben und Umlagen im Energiebereich. Es enthält unter anderem Regelungen zu Umlagen und Entlastungsmöglichkeiten. Ob und welche Nachweise eines Energie- oder Umweltmanagementsystems erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Entlastungstatbestand und vom aktuellen Rechtsstand ab.
Energiefluss
ISO 50001
Transfer von Energie innerhalb eines Systems.
Energiekosten
ISO 50001
Kosten oder monetärer Aufwand, der durch den Verbrauch von Energie entsteht.
Energieleistungskennzahl (EnPI)
ISO 50001
Messbare Größe zur Bestimmung der energiebezogenen Leistung, festgelegt von der Organisation.
Energiemanagement
ISO 50001
Planung und Betrieb von energieerzeugenden und energieverbrauchenden Einheiten. Durch ein wirksames Energiemanagement soll ein Beitrag zum Klimaschutz und zur Schonung von Ressourcen geleistet werden.
Energiemanagementbeauftragter
ISO 50001
Verantwortliche Person für das Energiemanagement eines Unternehmens oder einer Organisation – zuständig für Einführung, Anpassung und Weiterentwicklung des Energiemanagementsystems.
Energiemanagementhandbuch
ISO 50001
Leitfaden, in dem Verantwortlichkeiten, Prozesse, Anweisungen und weitere Informationen zum Energiemanagement enthalten sind. Hinweis: Die ISO 50001:2018 fordert kein Handbuch – es bleibt ein freiwilliges Hilfsmittel.
Energiemanagementsystem
ISO 50001
System zur Identifizierung von Einsparpotenzialen und zur Analyse von Verbesserungsmöglichkeiten, um die energiebezogene Leistung fortlaufend zu verbessern und den Energieverbrauch langfristig zu senken.
Energiemanagementteam / Energieteam
ISO 50001
Team aus mehreren Personen, das das Energiemanagementsystem operativ betreut und die Koordination der Energiemanagementaufgaben verbessert.
Energiemanager
ISO 50001
Auch Energiemanagementbeauftragter: verantwortlich dafür, die Energiekosten zu reduzieren und mithilfe eines Energiemanagementsystems die Energieeffizienz zu steigern.
Energiemonitoring
ISO 50001
Überwachung von Energiemaßnahmen anhand von Messwerten und Indikatoren mit dem Ziel, Rückschlüsse auf den Energieverbrauch ziehen zu können.
Energieoptimierung
ISO 50001
Prozess, der dazu führt, dass die Energieeffizienz gesteigert und gleichzeitig der Energieverbrauch reduziert wird.
Energieplanung
ISO 50001
Planungsprozess mit dem Ziel der langfristigen Energieeinsparung. Aspekte sind z. B. das Festlegen von Zielen, die Überwachung eingeleiteter Maßnahmen sowie die Analyse des Energieverbrauchs.
Energiepolitik
ISO 50001
Die Energiepolitik wird von der obersten Leitung festgelegt und beinhaltet die übergeordneten Absichten und die Ausrichtung zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung.
Energierecht
ISO 50001
Zusammengefasste Rechtsnormen, die die Energiewirtschaft von Unternehmen und Organisationen betreffen.
Energierechtskataster
ISO 50001
Zusammenstellung aller wesentlichen und erforderlichen energiebezogenen Rechtsvorschriften. Im Rechtskataster werden zudem Erfassung, Bewertung, Umsetzung und Dokumentation der Anforderungen sowie ihrer Einhaltung vermerkt.
Energiesteuergesetz
ISO 50001
Rechtsnorm zur Besteuerung fossiler und regenerativer Kraft- und Heizstoffe. Diese Verbrauchsteuer gilt bundesweit einheitlich und richtet sich nach Beschaffenheit und Verwendung der jeweiligen Energie.
Energieträger
ISO 50001
Energiehaltige Stoffe, deren Energie sich durch Umwandlung nutzbar machen lässt. Primäre Energieträger sind natürliche Ressourcen wie Kohle, Erdgas oder Erdöl; sekundäre Energieträger sind daraus hergestellte Stoffe wie Heizöle und Kraftstoffe.
Energieverbrauch
ISO 50001
Menge der eingesetzten Energie, die für den Betrieb von Heizung, Warmwasser, Beleuchtung und weiteren Verbrauchern notwendig ist.
Energieverbrauchsrelevante Produkte
ISO 50001
Produkte mit hohem Energieverbrauch – wie Fernseher, Beleuchtung und Staubsauger – müssen einen Mindeststandard an Energieeffizienz vorweisen, um in der EU verkauft werden zu dürfen (Ökodesign-Richtlinie).
Energieverlust
ISO 50001
Nicht nutzbare Energie oder Energie, die unerwünscht verloren geht, wie z. B. Wärme, die nach außen gelangt.
Energiewende
ISO 50001
Grundlegende Veränderung der Energieversorgung: Ersatz fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Energien und deutliche Steigerung der Energieeffizienz.
Energieziel
ISO 50001
Definiertes Ergebnis, das eine messbare Verbesserung der energiebezogenen Leistung sowie des Energiemanagementprozesses erreichen soll. Energieziele können in operative und strategische Ziele differenziert werden.
Energieeffizienzrichtlinie (EED)
ISO 50001
Auf europäischer Ebene beschlossene Richtlinie, die in nationales Recht übertragen wurde. Sie legt nationale Energieeffizienzziele fest und verpflichtet unter anderem zu jährlichen Energieeinsparungen. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu senken, Energieimporte zu reduzieren und den Klimaschutz voranzutreiben.
EnPI-Wert
ISO 50001
Quantitative Größe, die aus der Bestimmung der Energieleistungskennzahl zu einem bestimmten Zeitpunkt hervorgeht.
European Green Deal
ISO 50001
Projekt der Europäischen Kommission mit dem Ziel, bis 2050 die Netto-Treibhausgasemissionen auf null zu senken und damit Umwelt- und Klimaschutzziele zu erreichen.
Externe Audits
ISO 50001
Überprüfung durch eine externe Person oder Stelle, ob die Anforderungen an eine Zertifizierung im Unternehmen systematisch und vollumfänglich umgesetzt werden.

H

High Level Structure
High Level Structure
ISO 50001
Von der ISO veröffentlichte einheitliche Grundstruktur für Managementsystemnormen – gemeinsame Kapitelgliederung, Kerntexte und Begriffe. Hinweis: Seit 2021 abgelöst durch die „Harmonized Structure“ (HS) im Anhang SL.

K

KMU bis Kommunikation
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
ISO 50001
Unternehmen, die hinsichtlich Mitarbeiterzahl, Umsatzerlösen und Bilanzsumme unterhalb festgelegter Schwellenwerte liegen und dadurch einer bestimmten Größenklasse zugeordnet werden.
Kommunikation (EnMS)
ISO 50001
Unterrichtung aller Mitarbeiter über Fortschritt und Handlungen des Energiemanagements. Ziel ist die Einbindung der Mitarbeiter und die Motivation, eigene Verbesserungsvorschläge einzubringen.

L

Lastgang bis Lastmanagement
Lastgang
ISO 50001
Zeitlich aufgelöste Messung der genutzten Energie, z. B. durch einen Lastgangzähler. Dadurch entsteht ein präzises Verbrauchsprofil, das aufzeigt, an welchen Stellen besonders viel Energie verbraucht wird.
Lastmanagement / Spitzenlastmanagement
ISO 50001
Instrument zur Verringerung von Lastspitzen. Dabei wird nicht die genutzte Energiemenge gesenkt, sondern zeitlich anders verteilt, um einen gleichmäßigeren Energiebezug zu erreichen.

M

Maßnahmenplan bis Mitarbeitersensibilisierung
Maßnahmenplan
ISO 50001
Auch Aktionsplan genannt. Listet alle beschlossenen Maßnahmen nach Priorität auf. Außerdem werden Zeithorizonte, Verantwortlichkeiten und Ressourcenaufwand jeder Tätigkeit verzeichnet.
Messkonzept
ISO 50001
Konzept zur Erhebung und Zuordnung von Energieverbräuchen. Es legt fest, welche Messstellen mit welchen Zählern in welcher Auflösung erfasst werden.
Mitarbeitersensibilisierung
ISO 50001
Schaffung eines Bewusstseins bei den Mitarbeitern für die Auswirkungen ihres Handelns, um z. B. Energieverschwendung zu reduzieren. Sensibilisierungen können z. B. über Schulungen erfolgen.

S

Schulung bis Systemaudit
Schulung (EnMS)
ISO 50001
Vermittlung von Kenntnissen und Wissen, um Mitarbeiter fortzubilden und zu sensibilisieren.
Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV)
ISO 50001
Verordnung, die Anforderungen an den Nachweis von Energie- und Umweltmanagementsystemen im Zusammenhang mit dem früheren Spitzenausgleich regelte. Für aktuelle steuerliche Entlastungen ist der jeweils geltende Rechtsstand gesondert zu prüfen.
Statischer Faktor
ISO 50001
Element, das sich nicht häufig, sondern nur über einen sehr langen Zeitraum oder gar nicht verändert und aufgrund seines hohen Einflusses auf die energiebezogene Leistung beobachtet werden muss.
Stromsteuergesetz
ISO 50001
Rechtsnorm zur Besteuerung des Stromverbrauchs.
Systemaudit
ISO 50001
Überprüfung des Managementsystems daraufhin, ob es den Anforderungen der Norm entspricht. Systemaudits dienen der Leistungsbeurteilung mit dem Ziel der fortlaufenden Verbesserung.

T

Top-Management
Top-Management
ISO 50001
Oberste Leitungsebene, die die Verantwortung für alle Tätigkeiten des Unternehmens trägt. Die ISO 50001 weist der obersten Leitung ausdrücklich Führungsverantwortung für das Energiemanagementsystem zu.

V

Verfahren bis Vorbeugungsmaßnahme
Verfahren (EnMS)
ISO 50001
Festgelegte Vorgehensweise zur Ausführung einer Tätigkeit oder eines Prozesses im Energiemanagementsystem.
Virtuelles Kraftwerk
ISO 50001
Zusammenfassung mehrerer kleiner, dezentral betriebener Erzeugungsanlagen, die zentral gesteuert werden, um eine verlässliche Energieversorgung bereitstellen zu können.
Vorbeugungsmaßnahme (EnMS)
ISO 50001
Prozesse und Tätigkeiten, um Abweichungen im Managementsystem präventiv entgegenzuwirken. Hinweis: Die ISO 50001:2018 kennt den Begriff „Vorbeugungsmaßnahme“ nicht mehr – an seine Stelle treten Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen (Kapitel 6.1).

W

Wesentlicher Energieeinsatz
Wesentlicher Energieeinsatz (SEU)
ISO 50001
Haupteinsatzbereich von Energie in Unternehmen oder Organisationen. Dazu zählen z. B. Anlagen oder Systeme, die einen vergleichsweise hohen Anteil am Gesamtenergieverbrauch ausmachen oder erhebliches Verbesserungspotenzial bieten.

ISO/IEC 42001 – KI-Management

Begriffe rund um KI-Managementsysteme, Auswirkungen, Risiken und menschliche Aufsicht. (7 Begriffe)

K

KI-Auswirkungsbewertung bis KI-System
KI-Auswirkungsbewertung
ISO/IEC 42001
Strukturierte Bewertung möglicher positiver und negativer Auswirkungen eines KI-Systems auf Einzelpersonen, Gruppen, die Organisation und die Gesellschaft. Sie unterstützt dabei, unbeabsichtigte Folgen frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen festzulegen.
KI-Inventar
ISO/IEC 42001
Gepflegte Übersicht der KI-Systeme, die eine Organisation entwickelt, bereitstellt oder nutzt. Typische Angaben sind Zweck, verantwortliche Stelle, Datenquellen, Schnittstellen, Risikoeinstufung und Lebenszyklusstatus.
KI-Managementsystem
ISO/IEC 42001
Zusammenwirkende Regeln, Verantwortlichkeiten und Prozesse, mit denen eine Organisation Ziele für die verantwortungsvolle Entwicklung, Bereitstellung oder Nutzung von KI festlegt, umsetzt, überwacht und fortlaufend verbessert.
KI-Risiko
ISO/IEC 42001
Mögliche Auswirkung von Unsicherheit im Zusammenhang mit einem KI-System. Betrachtet werden beispielsweise fehlerhafte Ergebnisse, Verzerrungen, Datenschutz- und Sicherheitsprobleme sowie unzureichende menschliche Eingriffsmöglichkeiten.
KI-System
ISO/IEC 42001
Maschinenbasiertes System, das aus Eingaben für ausdrücklich oder implizit festgelegte Ziele Ergebnisse wie Vorhersagen, Inhalte, Empfehlungen oder Entscheidungen erzeugt.

M

Menschliche Aufsicht
Menschliche Aufsicht
ISO/IEC 42001
Organisatorische und technische Vorkehrungen, durch die fachkundige Personen ein KI-System angemessen überwachen, Ergebnisse einordnen und bei Bedarf eingreifen, übersteuern oder den Betrieb stoppen können.

V

Verantwortungsvolle KI
Verantwortungsvolle KI
ISO/IEC 42001
Kontext- und risikogerechte Entwicklung und Nutzung von KI unter Berücksichtigung von Transparenz, Robustheit, Datenschutz, Fairness, Rechenschaftspflicht und menschlicher Aufsicht.

ISO 45001 – Arbeitsschutz

Begriffe rund um Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. (88 Begriffe)

A

AMS bis Auftragnehmer
AMS – Arbeitsschutz mit System
ISO 45001
Das AMS soll Unternehmen und Organisationen helfen, den Arbeitsschutz zu organisieren und fortlaufend zu verbessern. Optimaler Arbeitsschutz trägt dazu bei, dass Qualität der Arbeit, Produktivität und Leistungsfähigkeit steigen.
Anerkennungsregister (z. B. OHRIS)
ISO 45001
Verzeichnis, in dem Unternehmen gelistet sind, die ein anerkanntes Arbeitsschutzmanagementsystem haben, das z. B. nach dem Occupational Health- and Risk-Managementsystem (OHRIS) aufgebaut wurde.
Anlagensicherheit
ISO 45001
Durch die Anlagensicherheit soll sichergestellt werden, dass Menschen, Umwelt und Sachwerte keinen Schaden erleiden, wenn Einwirkungen auf Anlagen – insbesondere verfahrenstechnische Anlagen – stattfinden. Die Anlagensicherheit ergibt sich aus einer Vielzahl an Gesetzen und Richtlinien.
Anspruchsgruppe
ISO 45001
Personen, Unternehmen oder Organisationen, die eine Handlung oder Entscheidung gestalten und prägen, selbst davon betroffen sind oder sich betroffen fühlen.
Arbeitsgestaltung
ISO 45001
Maßnahmen von Unternehmen, um Mitarbeiter gezielt zu entlasten und gleichzeitig die Arbeitszufriedenheit zu steigern – etwa durch Verbesserung der ergonomischen Bedingungen oder inhaltliche Veränderung der Tätigkeitsbereiche.
Arbeitsmedizin
ISO 45001
Fachgebiet der Medizin, das sich mit dem Zusammenhang zwischen der Gesundheit des Menschen und den Arbeitsanforderungen und -bedingungen auseinandersetzt.
Arbeitsmedizinische Vorsorge
ISO 45001
Die arbeitsmedizinische Vorsorge wird durch den Betriebsarzt geleistet und umfasst die in der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) festgelegten Pflicht-, Angebots- und Wunschvorsorgen.
Arbeitsmittel
ISO 45001
Alle für die Ausführung der Arbeit notwendigen Werkzeuge, Maschinen, Anlagen und Geräte.
Arbeitsplatz
ISO 45001
Physischer Ort, an dem Personen berufliche Tätigkeiten im Sinne eines Unternehmens oder einer Organisation verrichten.
Arbeitsschutzhandbuch
ISO 45001
Dokumentiertes System, das Arbeitsschutzpolitik, -ziele, -verfahren und -prozesse eines Unternehmens beschreibt. Es kann als zentrales Referenzdokument für die Umsetzung eines Arbeitsschutzmanagementsystems dienen. Hinweis: Die ISO 45001 fordert kein Handbuch – es bleibt ein freiwilliges Hilfsmittel.
Arbeitsschutzmanagement
ISO 45001
Organisiert alle Bereiche, die im Zusammenhang mit Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und betrieblichem Gesundheitsschutz stehen.
Arbeitsschutzmanagementsystem
ISO 45001
Prozessabfolge, mit deren Hilfe die Gesundheit der Beschäftigten gewährleistet und Risiken von Arbeitsunfällen, -verletzungen oder -erkrankungen vermindert und vermieden werden sollen. Das System dient auch der Umsetzung der zahlreichen zu beachtenden Vorschriften und Gesetze.
Arbeitsschutzorganisation
ISO 45001
In der Arbeitsschutzorganisation werden alle Maßnahmen zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen an den Arbeitsschutz gebündelt. Hier werden z. B. die Aufgaben von Betriebsarzt, Brandschutzbeauftragtem und Fachkraft für Arbeitssicherheit festgelegt.
Arbeitsschutzstandards
ISO 45001
Gesetzlich oder durch eine Bundes- oder Landesanstalt festgelegte Regeln und Anforderungen, die in Unternehmen und Organisationen umgesetzt werden müssen.
Arbeitsschutzverwaltung
ISO 45001
Behörde eines Bundeslandes zur Überwachung der gesetzlichen Regelungen rund um Arbeits- und Gesundheitsschutz in Unternehmen und Organisationen.
Arbeitsstätten
ISO 45001
Ort oder betriebliche Einrichtung, an der die Arbeit verrichtet wird.
Arbeitsunfälle
ISO 45001
Unfall eines Beschäftigten während der versicherten Tätigkeit oder auf dem Arbeitsweg.
Arbeitszeitregelungen
ISO 45001
Durch Arbeitsvertrag, Tarifvertrag und Arbeitszeitgesetz geregelte Zeit, in der ein Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung erbringt. Pausen zählen nicht als Arbeitszeit.
Asbest
ISO 45001
Faserartige silikatische Minerale natürlichen Vorkommens, die wegen ihrer Eigenschaften früher häufig Bestandteil von Produkten waren. Asbestfasern können eingeatmet werden und schwere Erkrankungen einschließlich Krebs auslösen; Herstellung und Verwendung sind in Deutschland seit 1993 verboten.
Asbest, Lehrgänge
ISO 45001
Staatlich anerkannte Schulungen, in denen die Sachkunde nach TRGS 519 erworben wird. Die Teilnehmenden erlernen den sicheren Umgang mit Asbest und der Asbest-Abfallentsorgung bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten.
Asbest, zugelassene Firmen
ISO 45001
Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten an asbesthaltigen Materialien dürfen nur Unternehmen durchführen, die einen entsprechenden Sachkundenachweis vorweisen können.
Auftragnehmer
ISO 45001
Dritter (natürliche Person, Unternehmen oder Organisation), der in Abstimmung mit dem auftraggebenden Unternehmen Aufgaben oder Dienstleistungen übernimmt.

B

Bauarbeiterschutz bis Biologische Arbeitsstoffe
Bauarbeiterschutz
ISO 45001
Regelt die Sicherheit und den Gesundheitsschutz für Beschäftigte auf Baustellen.
Baustellen
ISO 45001
Räumlicher Bereich, in dem die Errichtung, Veränderung oder der Abbruch eines Bauwerkes stattfindet.
Befähigte Person
ISO 45001
Person, die durch Berufsausbildung, Berufserfahrung und zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügt, um Arbeitsmittel zu prüfen.
Begasungen
ISO 45001
Flutung eines geschlossenen Raumes mit giftigem Gas, z. B. zur Bekämpfung von Schädlingen.
Beinaheunfall
ISO 45001
Situation, in der eine Gefährdung oder ein Unfall nur knapp vermieden wurde – es ist keine Verletzung und kein Schaden entstanden. Die systematische Erfassung und Analyse von Beinaheunfällen hilft, Sicherheitslücken frühzeitig zu erkennen und die Sicherheitsleistung zu verbessern.
Berufskrankheiten, Formulare
ISO 45001
Erkrankungen, die ein Beschäftigter durch die berufliche Tätigkeit erlangt. Durch eine ärztliche Anzeige bei Verdacht auf eine Berufskrankheit kann der betroffene Beschäftigte Leistungsansprüche prüfen lassen und geltend machen.
Berufskrankheiten, Statistik
ISO 45001
Statistische Angaben zu Verdachtsanzeigen, Anerkennungen und Todesfällen durch Berufskrankheiten veröffentlicht die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) regelmäßig. Für aktuelle Werte ist die jeweils neueste DGUV-Statistik maßgeblich.
Beschäftigter
ISO 45001
Person, die für eine Organisation Arbeit oder arbeitsbezogene Tätigkeiten verrichtet. Die ISO 45001 fasst den Begriff weit – er schließt die oberste Leitung sowie Leih- und Zeitarbeitskräfte ein.
Beteiligung
ISO 45001
Einbeziehung von Personen in Entscheidungen. Die ISO 45001 fordert ausdrücklich Konsultation und Beteiligung der Beschäftigten (Kapitel 5.4).
Betreiberpflichten
ISO 45001
Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen von Personen oder Organisationen, die bestimmte Anlagen, Einrichtungen oder Systeme betreiben. Dazu gehören Maßnahmen zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Funktionsweise, Wartung, Inspektion, Überwachung und Sicherheit dieser Anlagen.
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
ISO 45001
Entwicklung und Umsetzung von Strategien, Maßnahmen und Programmen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten zu fördern und zu erhalten. Dies umfasst präventive Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die Bewältigung arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken sowie die Unterstützung bei der Wiedereingliederung.
Betriebs- und Anlagensicherheit
ISO 45001
Anforderungen und Richtlinien für den sicheren Umgang mit Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen innerhalb eines Unternehmens.
Betriebsanweisung
ISO 45001
Schriftliches Dokument, das Verfahren, Vorschriften und Sicherheitsmaßnahmen für bestimmte Arbeitsabläufe oder Tätigkeiten festlegt – insbesondere im Umgang mit Gefahrstoffen und Arbeitsmitteln.
Betriebsarzt
ISO 45001
Mediziner, der Unternehmen bei der Erfüllung der Anforderungen an Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit unterstützt und geeignete Maßnahmen mit erarbeitet. Zudem übernimmt er die arbeitsmedizinische Vorsorge der Beschäftigten.
Betriebssicherheit
ISO 45001
Gewährleistung der Sicherheit von Anlagen, Maschinen, Arbeitsmitteln und Geräten, die innerhalb eines Betriebes genutzt werden.
Bildschirmarbeit
ISO 45001
Arbeit, die an einem Bildschirmgerät verrichtet wird. Der Arbeitgeber hat dafür Sorge zu tragen, dass die Arbeit am Bildschirm nicht zu gesundheitlichen Schäden führt.
Biologische Arbeitsstoffe
ISO 45001
Nach Biostoffverordnung zählen dazu Mikroorganismen, Zellkulturen und Endoparasiten (einschließlich genetisch veränderter), die beim Menschen Infektionen, sensibilisierende oder toxische Wirkungen hervorrufen können.

C

Chancen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
Chancen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
ISO 45001
Umstände oder Umstandskombinationen, die zu einer Verbesserung der SGA-Leistung führen können.

D

DIN EN ISO 45001
DIN EN ISO 45001
ISO 45001
Internationale Norm für Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermeidung von arbeitsbedingten Verletzungen und Erkrankungen sowie auf der Bereitstellung sicherer und gesunder Arbeitsplätze.

E

Ergonomie bis Ermächtigte Ärzte
Ergonomie
ISO 45001
Wissenschaft von den Wechselwirkungen zwischen Mensch und Arbeitssystem. Als ergonomisch gelten Arbeitsbedingungen und -abläufe, die optimal an Aufgabe und Arbeitsgerät angepasst sind. Das Ergebnis ist eine Reduktion von Ermüdung und gesundheitlicher Belastung.
Ermächtigte Ärzte, Druckluftverordnung
ISO 45001
Ärzte müssen für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen gesondert ermächtigt werden. Eine dieser Ausnahmen betrifft die Arbeit in Druckluft.
Ermächtigte Ärzte, StrlSchV
ISO 45001
Ärzte müssen für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen gesondert ermächtigt werden. Eine dieser Ausnahmen betrifft die ärztliche Überwachung von Personen, die mit radioaktiven Stoffen oder ionisierender Strahlung arbeiten.

F

Fahrpersonalrecht bis Fördermittel
Fahrpersonalrecht
ISO 45001
Das Fahrpersonalrecht schützt Personen, die als Fahrer im Straßentransport arbeiten. Geregelt werden unter anderem Ruhezeiten, Lenkzeiten und Nachtarbeit.
Fördermittel
ISO 45001
Gelder, die öffentliche Einrichtungen wie Landesbehörden und Ministerien zur Förderung von natürlichen und juristischen Personen oder deren Projekten auszahlen.

G

Gefährdung bis Gewerbeaufsichtsamt
Gefährdung
ISO 45001
Quelle mit dem Potenzial, Verletzung oder Erkrankung zu verursachen.
Gefährdungsbeurteilung
ISO 45001
Ermittlung und Bewertung der Gefährdungen, denen Beschäftigte bei ihrer Arbeit ausgesetzt sind. Nach der Beurteilung werden Maßnahmen definiert und ergriffen, um das Risiko so gering wie möglich zu halten. Die Gefährdungsbeurteilung ist nach § 5 ArbSchG verpflichtend und bildet den Grundstein des betrieblichen Arbeitsschutzes. Die Maßnahmen müssen fortlaufend auf Wirksamkeit überprüft und angepasst werden.
Gefahrenanalyse
ISO 45001
Prozess der Identifizierung und Bewertung potenzieller Gefahren oder Risiken am Arbeitsplatz oder in anderen Umgebungen.
Gefahrguttransport
ISO 45001
Beförderung gefährlicher Güter, die die Gesundheit des Menschen und die Umwelt erheblich schädigen können. Der Transport ist international geregelt; dazu zählt auch die einheitliche Kennzeichnung am Transportmittel.
Gefahrstoffe
ISO 45001
Stoffe oder Gemische, die die Gesundheit des Menschen und die Umwelt erheblich schädigen können. Gefahrstoffe unterliegen der Gefahrstoffverordnung und müssen gekennzeichnet werden.
Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA)
ISO 45001
Konzept von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern zur Verbesserung von Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten sowie zur Reduzierung arbeitsbedingter Gesundheitsgefährdungen – körperlich und psychisch.
Gewerbeaufsichtsamt
ISO 45001
Landesbehörde zur Beratung und Überprüfung der Einhaltung von Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutz in Unternehmen und Organisationen.

H

Heimarbeit bis Hinweisgeberschutzgesetz
Heimarbeit
ISO 45001
Arbeit, die außerhalb der Betriebsstätte verrichtet wird. Das Unternehmen trägt dafür Sorge, dass der Beschäftigte alle relevanten Arbeits- und Produktionsmittel zur Verfügung hat.
Hinweisgeberschutzgesetz (Whistleblower-Richtlinie)
ISO 45001
Gesetzliche Regelung zum Schutz von Personen, die auf Missstände oder rechtswidriges Verhalten am Arbeitsplatz hinweisen. Betroffene Unternehmen müssen interne Meldestellen einrichten.

J

Jahresberichte bis Jugendarbeitsschutz
Jahresberichte
ISO 45001
Jährliche Herausgabe von Informationen bezüglich der Entwicklung eines Unternehmens oder einer Organisation an die interessierte Öffentlichkeit.
Jugendarbeitsschutz
ISO 45001
Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Überlastung in der Arbeitswelt. Der Schutz ist im Jugendarbeitsschutzgesetz und der Kinderarbeitsschutzverordnung festgeschrieben.

L

CLP-Verordnung bis Lärm
Classification, Labelling and Packaging (CLP)
ISO 45001
Europäische Verordnung, die die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen vorgibt.
Lärm
ISO 45001
Schall, der zu Gehörschädigungen führen oder als störend empfunden werden kann. Grenzwerte und Schutzmaßnahmen regelt die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung.

M

SGA-Managementsystem bis Mutterschutz
Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA-Managementsystem)
ISO 45001
Instrument der Führungsebene, um die Ziele und die festgelegte Politik zur Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten erreichen zu können.
Marktüberwachung
ISO 45001
Kontrolle der im Markt befindlichen Produkte, um die Einhaltung der geltenden Gesetze, Vorschriften und Richtlinien und somit den Schutz von Mensch und Umwelt zu gewährleisten.
Maschinenrichtlinie
ISO 45001
Europäisches Regelwerk zum Schutz von Personen, die mit Maschinen arbeiten. Hinweis: Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG wird durch die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 abgelöst.
Mobbing
ISO 45001
Regelmäßig angewendete psychische Gewalt von einer oder mehreren Personen gegenüber einer Einzelperson.
Mutterschutz
ISO 45001
Gesetzliche Regelungen, um schwangere und stillende Arbeitnehmerinnen sowie ihr Kind zu schützen. Dazu zählen z. B. Kündigungsschutz, Beschäftigungsverbote und die Sicherung des Einkommens während des Beschäftigungsverbotes.

O

OHRIS
Occupational Health and Risk Managementsystem (OHRIS)
ISO 45001
Zertifizierbares Arbeitsschutzmanagementsystem, das in Bayern und Sachsen genutzt wird. Es dient der Stärkung der Eigenverantwortung von Unternehmen und Organisationen bei der Umsetzung gesetzlicher Vorschriften.

P

SGA-Politik bis Pyrotechnische Gegenstände
Politik für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA-Politik)
ISO 45001
Von der obersten Leitung formell ausgedrückte Absichten und Ausrichtung zur Vorbeugung arbeitsbedingter Verletzungen und Erkrankungen sowie zur Bereitstellung sicherer und gesunder Arbeitsplätze.
Produktsicherheit
ISO 45001
Bewertung gesundheitlicher Risiken für Mensch und Umwelt bei der Nutzung eines Produktes. Ziel ist der Schutz des Verbrauchers vor Gefahren; die Produktsicherheit wird anhand europaweit geltender Rechtsvorschriften sichergestellt.
Prozessoptimierung
ISO 45001
Veränderung von Prozessen mit dem Ziel verbesserter Effektivität und Effizienz.
Psychische Belastung
ISO 45001
Gesamtheit der erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken. Zu den häufigsten Ursachen von Fehlbelastungen zählen Zeit- und Termindruck, ein schlechtes Betriebsklima, geringe Handlungsspielräume sowie unzureichende Einweisung. Die Beurteilung psychischer Belastung ist Pflichtbestandteil der Gefährdungsbeurteilung.
Pyrotechnische Gegenstände
ISO 45001
Gegenstände, die explosionsgefährliche Stoffe oder Stoffgemische enthalten und Licht-, Schall-, Rauch- oder Bewegungseffekte erzeugen. Pyrotechnik wird in Kategorien mit unterschiedlichen Gefahrenstufen eingeteilt.

R

REACH
REACH-Verordnung
ISO 45001
Europäische Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe, 2007 in Kraft getreten. Sie regelt den freien Verkehr auf dem europäischen Binnenmarkt und sorgt für den Schutz von Mensch und Umwelt. Hersteller und Importeure müssen die Gefahrenlage ihrer Stoffe bewerten und Daten dazu bereitstellen.

S

Sachkunde bis Synergieeffekte
Sachkunde, Chemikalien-Verbotsverordnung
ISO 45001
Die Verordnung regelt den Umgang mit Stoffen, Gemischen und Erzeugnissen, die nicht oder nur unter bestimmten Beschränkungen in den Verkehr gebracht oder abgegeben werden dürfen.
SGA-Leistung
ISO 45001
Leistung in Bezug auf Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – messbares Ergebnis der Wirksamkeit des SGA-Managementsystems.
SGA-Risiko
ISO 45001
Kombination aus der Eintrittswahrscheinlichkeit eines gefährlichen arbeitsbedingten Ereignisses und der Schwere der Verletzung oder Erkrankung, die dadurch verursacht werden kann.
SGA-Ziel
ISO 45001
Aus der SGA-Politik abgeleitetes Ziel, das zum Schutz der Beschäftigten erreicht werden soll.
Sicherheitsbeauftragter
ISO 45001
Nach § 22 SGB VII zu bestellende Person, die den Arbeitgeber bei der Durchführung der Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten unterstützt.
Sicherheitsfachkraft / Fachkraft für Arbeitssicherheit (SIFA)
ISO 45001
Fachkundig ausgebildete Person, die Unternehmen und Organisationen bei der Umsetzung der Anforderungen an Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz unterstützt. Die Fachkraft kann intern bestellt oder extern hinzugezogen werden.
Sprengstoffe
ISO 45001
Stoffe oder Gemische, die unter bestimmten Voraussetzungen eine starke Druckwelle erzeugen. Der Umgang unterliegt dem Sprengstoffgesetz.
Strahlenschutz
ISO 45001
Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor den Auswirkungen ionisierender und nichtionisierender Strahlung. Die Strahlung kann von natürlichen und künstlichen Quellen ausgehen.
Strahlenschutzkurse
ISO 45001
Seminare oder Schulungen zum Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz. Strahlenschutzkurse gibt es für verschiedene Bereiche wie Medizin, Tiermedizin und Technik.
Synergieeffekte
ISO 45001
Zusammenwirken von Faktoren, Bereichen oder Organisationen, wodurch eine über die Einzelwirkungen hinausgehende positive Wirkung entsteht.

T

TPrüfV bis TRGS
Technische Prüfverordnung (TPrüfV)
ISO 45001
Rechtsvorschrift, die die technische Prüfung bestimmter Anlagen und Geräte regelt. Sie legt Anforderungen an Sicherheit und Qualität technischer Anlagen fest und sieht vor, dass diese regelmäßig überprüft werden müssen.
Technischer Verbraucherschutz
ISO 45001
Überprüfung und Erkennung unsicherer Produkte und Anlagen, um die Gesundheit von Beschäftigten und Verbrauchern beim Umgang damit sicherzustellen. Dazu zählen z. B. überwachungsbedürftige Anlagen, Medizinprodukte und Röntgeneinrichtungen.
TRGS
ISO 45001
Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe konkretisieren die Gefahrstoffverordnung und zeigen den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene für den Umgang mit Gefahrstoffen auf.

Ü

Überwachungsbedürftige Anlagen
Überwachungsbedürftige Anlagen
ISO 45001
Anlagen gelten als überwachungsbedürftig, wenn von ihnen ein besonderes Gefährdungspotenzial für Beschäftigte oder Dritte ausgeht. Welche Anlagen betroffen sind, ist in der Betriebssicherheitsverordnung festgeschrieben.

V

Verhaltensgrundlagen bis Vorfall
Verhaltensgrundlagen
ISO 45001
Regeln und Anforderungen an sicherheitsgerechtes Verhalten am Arbeitsplatz, die sowohl für den Arbeitgeber als auch für die Beschäftigten gelten.
Vorfall
ISO 45001
Ereignis, das sich aus der Arbeit oder während der Arbeit ergibt und zu Verletzung und Erkrankung führt oder führen könnte. Ein Vorfall ohne Verletzung und Erkrankung wird auch als Beinaheunfall bezeichnet.

Z

Zugelassene Überwachungsstellen
Zugelassene Überwachungsstellen (ZÜS)
ISO 45001
Stellen, die Prüfungen an überwachungsbedürftigen Anlagen durchführen. Ihre Berechtigung ergibt sich aus der Betriebssicherheitsverordnung.

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Meine Qualifikationen: zertifizierter IRCA 3rd Party Lead Auditor ISO 9001, 14001 und 45001, Six Sigma Black Belt, VDA 6.3 Prozessauditor und Beauftragter für integrierte Managementsysteme (ISO 9001, 27001, 14001). Als ehemaliger Corporate Quality Manager habe ich die Zertifizierung von internationalen Produktionsstandorten und Vertriebsgesellschaften weltweit koordiniert.

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